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Britische Studie mit neuen Autismus-Erkenntnissen

Unheilbar, zurückgezogen, desinteressiert: Mit solchen Vorurteilen sahen sich Autisten bisher regelmäßig konfrontiert. Die Krankheit gilt als eine Störung der neuronalen Funktionen und ist bisher nicht heilbar. An Autismus erkrankte Personen nehmen kaum Informationen aus ihrer Umwelt war, sie reagieren langsam oder überhaupt nicht auf Reize von außerhalb, und sie sind völlig in sich gekehrt und betrachten ausschließlich sich selbst. Nun bringt eine britische Studie neue Erkenntnisse, denn Autisten nehmen offenbar weitaus mehr Informationen wahr als gesunde Menschen.

Britische Studie mit neuen Autismus-Erkenntnissen

Britische Studie mit neuen Autismus-Erkenntnissen

Die Studie des Institut of Cognitive Neuroscience in Großbritannien sorgt in medizinischen Kreisen derzeit für Überraschungen. Im Rahmen der Studie wurde die Verarbeitung von Reizen und Informationen aus der Umwelt bei Autisten und gesunden Menschen beobachtet und analysiert. War man früher der Ansicht, dass Autisten viele Informationen nicht aufnehmen, bringt die Studie das Resultat, dass Autisten weitaus mehr Reize aus einer einzigen Situation aufnehmen und verarbeiten. Zu diesen Reizen gehören auch viele irrelevante Informationen, die von gesunden Testpersonen unbewusst ignoriert werden. Ein maßgeblicher Unterschied in der Informationsverarbeitung von Autisten und gesunden Menschen besteht also darin, dass eingehende Reize nicht nach „wichtig“ und „unwichtig“ unterschieden werden können.

Allerdings gehen die britischen Studienleiter in ihrer Analyse sogar noch weiter. Nach ihrer Ansicht bringt die gesteigerte Aufnahme von Informationen in einigen Berufen durchaus Vorteile. Diese Meinung teilt man auch am Institut für Autismusforschung an der Universität in Bremen. Nach der dortigen Auffassung können an Autismus Erkrankte eingehende Reize nicht bewusst filtern und nehmen deshalb weitaus mehr Informationen auf als gesunde Testpersonen, wodurch sich in bestimmten beruflichen Umfeldern sogar Vorteile ergeben können.

Bis heute gilt Autismus als nicht heilbar, doch eine Intensivtherapie kann den Betroffenen schon im Kindesalter helfen, besser mit der Krankheit umzugehen. Die britischen Forscher glauben dann auch, dass sich Autisten bei frühzeitiger Behandlung besonders gut in IT-Berufen oder in der Medizin entwickeln können – Berufe, in denen ihre erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit als Stärke ausgelebt werden kann.

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