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Menschen wollen von schlechten Nachrichten nichts wissen

Sind wir alle unverbesserliche Optimisten? Eine aktuelle Studie legt diese Schlussfolgerung nahe, denn wenn es um die Beurteilung positiver und negativer Nachrichten geht, neigen Menschen dazu, die schlechte Kunde zu ignorieren.

Menschen wollen von schlechten Nachrichten nichts wissen

Menschen wollen von schlechten Nachrichten nichts wissen

Für die Bewertung ihrer Zukunft nutzen Menschen bevorzugt positive Informationen, während schlechte Nachrichten gern verdrängt werden. Auch die Beurteilung von persönlichen Risiken folgt diesem unrealistischen Muster. Diese und weitere Ergebnisse einer aktuellen Studie wurden nun von britischen Forschern im Fachjournal „Nature Neuroscience“ publiziert. Im Laufe der Untersuchung sollten Testpersonen zunächst anhand 80 vorgegebener negativer Lebensereignisse ihr persönliches Risiko einschätzen.

Gefragt wurde beispielsweise nach der geschätzten Wahrscheinlichkeit an Krebs zu sterben, ausgeraubt zu werden oder an Alzheimer zu erkranken. Anschließend teilten die Wissenschaftler den Probanden die tatsächliche statistische Wahrscheinlichkeit mit. Welchen Einfluss hatte nun die Kenntnis der Fakten auf die Bewertung der Risiken? Um dies herauszufinden, wurden die Probanden zu den gleichen Ereignissen erneut befragt, während zusätzlich ihre Hirnaktivität gemessen wurde. Die Ergebnisse zeigten einen deutlichen Trend: Knapp 80 Prozent änderten ihre Meinung bei einem Ereignis, dessen Wahrscheinlichkeit sie zuvor negativer eingeschätzt hatten. Im umgekehrten Fall jedoch hielten sie eher an ihrer optimistischen Überzeugung fest. War also die Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken höher als von den Probanden erwartet, blieben diese dennoch bei ihrer optimistischeren Einschätzung.

Die Forscher beurteilen dies in ihrer Veröffentlichung als verhaltensbezogene Ergebnisse, die eine feste Asymmetrie in der Meinungsänderung zeigen. „Teilnehmer haben mehr aus den Informationen gelernt, die eine Möglichkeit boten, optimistischere Haltungen anzunehmen.“  Die gesellschaftlichen Folgen können sowohl positiv als auch negativ sein. Einerseits hilft eine optimistische Einstellung dabei, Stress und Angst zu reduzieren und fördert dadurch möglicherweise Gesundheit und Wohlbefinden. Zum anderen kann das Ausblenden von Risiken dazu verleiten, unter anderem die Verhütung oder das Sparen für die Rente nicht angemessen ernst zu nehmen.
(ms)

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