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PiPs-Test zur Prognose der Lebenserwartung von Krebspatienten

Ärzte konnten bislang Patienten im Endstadium einer fortgeschrittenen Krebserkrankung nur sehr eingeschränkt über ihre verbleibende Lebenszeit aufklären. Dies bedeutete sowohl für die Mediziner als auch für Erkrankte, deren Angehörige und Pflegekräfte eine ungewisse Situation. Zukünftig soll eine neue Checkliste, die verschiedene Werte und Untersuchungen kombiniert, eine viel genauere Prognose der Lebenserwartung ermöglichen.

Neuer Test zur Prognose der Lebenserwartung von Krebspatienten

Neuer Test zur Prognose der Lebenserwartung von Krebspatienten

Prognosis in Palliative care Study“ (PiPS) heißt der Test, den britische Forscher entwickelt haben. Die Genauigkeit des Tests wurde bei 1018 Krebspatienten im Endstadium ihrer Erkrankung mit den Einschätzungen der behandelnden Mediziner verglichen. Die im Fachmagazin „British Medical Journal“ veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die ‘PiPS’-Testvarianten in Kombination mit einer speziellen Blutuntersuchung den Prognosen spezialisierter Krebsärzte signifikant überlegen sind und objektive, verlässliche Ergebnisse liefern.

Für todkranke Menschen sowie ihr Umfeld ist eine möglichst exakte Einschätzung der verbleibenden Zeit eine große Hilfe bei wichtigen Entscheidungen, wie beispielsweise die Bestimmung des Zeitpunkts für eine Entlassung nach Hause, in ein Hospiz oder eine Palliativ-Station. Behandelnde Ärzte geben häufig eine zu optimistische Prognose ab. Solche Fehleinschätzungen werden in manchen Fällen von der Beziehung zum Patienten beeinflusst, sie können aber auch durch unzureichende Erfahrungswerte begründet sein.

Zwei Varianten des ‘PiPS’-Tests liegen vor – ein spezieller Fragenkatalog in Kombination mit einer Blutuntersuchung oder ohne Blutuntersuchung. Ein Teil der Fragen richtet sich an die Patienten, pflegende Verwandte oder Krankenpfleger, im anderen Teil werden klinische Variablen abgefragt. Die Auswertung der Checklisten kann durch ein eigens entwickeltes Computerprogramm erfolgen und soll die Einschätzung der behandelnden Ärzte nicht ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen.

 

(ms)

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