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Das Märchen vom schädlichen Kaffee-Genuss

Dem beliebtesten Heißgetränk der Deutschen werden bedenkliche Nebenwirkungen nachgesagt. Kaffee schädigt angeblich Magen und Herz, putscht übermäßig auf, soll zudem ein hohes Suchtpotenzial besitzen und ein Wasserräuber sein. Keine dieser unterstellten ungesunden Eigenschaften hat es bislang jedoch geschafft, den Kaffeekonsum zu drosseln. Im Gegenteil: Allen Unkenrufen zum Trotz gönnen sich die Deutschen pro Kopf jährlich 150 Liter des aromatischen Getränks.

Koffein kann leichte Entzugserscheinungen hervorrufen

Koffein kann leichte Entzugserscheinungen hervorrufen

In Schweden wurde im 18. Jahrhundert unter König Gustav III. das schwarze Gold sogar als hochgradig giftig eingeschätzt. Überliefert ist das sogenannte Kaffee-Experiment, mit dem der König die Giftigkeit von Kaffee beweisen wollte. Zwei zum Tode verurteilte Schwerverbrecher – eineiige Zwillinge – dienten als Versuchskaninchen. Während der eine Häftling Tag für Tag große Mengen Kaffee trinken musste, erhielt der andere täglich die entsprechende Menge Tee. Im Laufe des Experiments verstarben jedoch zunächst die verantwortlichen Ärzte und schließlich kam auch König Gustav III. durch ein Attentat ums Leben. Die Anekdote besagt, dass letztlich nur noch der Kaffeetrinker unter den Lebenden weilte, nachdem auch der Teetrinker im Alter von 83 Jahren gestorben war.

Auf weniger drastische Weise kommen auch moderne Studien zu dem Schluss, dass Kaffeegenuss ohne Reue möglich ist. Zudem überwiegen sogar die gesundheitsfördernden Eigenschaften. Jährlich werden mehr als 1500 neue Studien über Kaffee veröffentlicht, womit Kaffee mit seinem Inhaltsstoff Koffein weltweit zu den am intensivsten erforschten Lebensmitteln zählt. So wurde in 18 wissenschaftlichen Studien ein koffeinunabhängiger Schutzeffekt vor Diabetes Typ II bewiesen. Auch das Risiko einer Erkrankung an bestimmten Tumoren wie Leber- und Gebärmutterhalskrebs sinkt mit regelmäßigem Kaffeekonsum, ebenso wie das Risiko, an Parkinson oder Alzheimer zu erkranken. Das Koffein im Kaffee erweitert bei Asthmatikern die feinen Bronchialäste in der Lunge und erleichtert so die Atmung.

Ist Kaffee schädlich?

Obwohl Kaffee nicht als Droge bezeichnet werden kann, tritt ein gewisser Gewöhnungseffekt auf. Das Fehlen des anregenden Koffeins kann zu leichten entzugsähnlichen Erscheinungen wie Kopfschmerzen und Antriebslosigkeit führen. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Kaffee für gesunde Menschen keinesfalls ein Risiko darstellt. Lediglich Menschen mit empfindlicher Magenschleimhaut, Bluthochdruck und auch Schwangere sollten sicherheitshalber nur wenig Kaffee trinken.

(ms)

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