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Medizinstudium: Erststudium künftig von der Steuer absetzen

Studenten und Auszubildende dürfen die Kosten, die ihnen bei einem Erststudium oder einer Erstausbildung entstehen, von der Steuer absetzen. Dies entschied der BFH (Bundesfinanzhof) in München in zwei Urteilen.

Kosten für das selbstfinanzierte Studium können künftig geltend gemacht werden

Kosten für das selbstfinanzierte Studium können künftig geltend gemacht werden

Nach Ansicht von Experten dürfte das Urteil des Bundesfinanzhofs von der Finanzverwaltung jedoch nicht befolgt werden. Darüber hinaus wird erwartet, dass der Bund nötigenfalls mit einer Gesetzesänderung reagiert. Dem Gesetz nach sind Ausgaben für die eigene berufliche Weiterbildung bzw. Ausbildung Werbekosten, die das zu versteuernde Einkommen mindern. Im Jahr 2004 wurde jedoch eine Ergänzung des Einkommensteuergesetzes vorgenommen. Durch diesen Zusatz werden die Kosten für ein erstmaliges Studium oder eine erstmalige berufliche Ausbildung von der Regelung ausgenommen, vorausgesetzt, dass an bestimmten Gesetzesstellen keine anderen Regelungen vorliegen. Nach Meinung des Bundesfinanzhofs sei dies jedoch der Fall. So können anderen Klauseln zufolge Kosten, die für die eigene Berufsausbildung entstehen, zum Teil als Sonderausgaben abgezogen werden, wenn sie sich nicht als Werbungskosten behandeln lassen.

Das Urteil des Bundesfinanzhofs hat zur Folge, dass Werbekosten generell Vorrang genießen. Zudem wird das Abzugsverbot für die Erstausbildung wieder aufgehoben. Bei der jährlichen Steuererklärung haben Studenten und Auszubildende nun die Möglichkeit, einen steuerlichen Verlustvortrag festzustellen. Auf diese Weise können die Ausbildungskosten von Berufsanfängern doch noch als Werbekosten geltend gemacht werden. Allerdings muss dazu die Ausbildung das Ziel haben, dass eine entsprechende Berufstätigkeit erfolgt. In dem Urteil des Bundesfinanzhofs ging es konkret um den Fall einer Medizinstudentin und eines angehenden Piloten.

Von Beobachtern wird nun eine Reaktion des Bundesfinanzministeriums auf das Urteil des BFH erwartet. So rechnet man mit einem Anstoß zur Änderung des Gesetzes.

Kommentare

  1. Sehr informativer, sachlicher Artikel! Es wurde auch höchste Zeit, dass die Studiengebühren steuerlich geltend gemacht werden können. Von diesem Redakteur würde ich gerne mehr lesen. Wer hat den Artikel verfasst?

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