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Ärztliches Aufklärungsgespräch oft erst unmittelbar vor der OP

Jeder Patient muss vor einer Operation – die aus juristischer Sicht in der Tat eine Form der Körperverletzung darstellt – eine Einverständniserklärung unterschreiben. Zuvor muss er jedoch ausführlich über den Eingriff aufgeklärt werden. Das ist nicht nur das Recht des Patienten, sondern auch die gesetzlich vorgeschriebene Pflicht des Arztes. Eine aktuelle Untersuchung zeigt jedoch, dass viele Mediziner oft erst kurz vor der OP die Patienten aufklären. 

Kein Aufklärungsgespräch zwischen Tür und Angel: Mediziner müssen sorgfältig aufklären

Kein Aufklärungsgespräch zwischen Tür und Angel: Mediziner müssen sorgfältig aufklären

Ein solches Aufklärungsgespräch darf nicht nur aus einem schnellen Herunterbeten von Fachchinesisch bestehen, sondern Ärzte sind dazu verpflichtet, Sachverhalte verständlich darzustellen, auf Risiken sowie Alternativen des Eingriffs hinzuweisen und Fragen umfassend zu beantworten. Der Patientenberater der Bundesgeschäftsstelle der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) mit Sitz in Berlin, Holger Zenk, rät dazu, bei Unklarheiten nachzufragen und bei Sprachproblemen auf einen Dolmetscher zu bestehen.

Vor größeren Operationen finden in der Regel zwei Gespräche statt: eines mit dem Anästhesisten, das sich um alle Aspekte der Narkose dreht, und ein weiteres mit dem Chirurgen, der fachspezifische Dinge erläutern kann. Auf Wunsch des Patienten darf eine Vertrauensperson anwesend sein. Zudem wird auf Wunsch das Aufklärungsgespräch im Arztzimmer oder einem anderen Raum geführt, damit etwaige Mitpatienten in Mehrbettzimmern keine vertraulichen Details erfahren.

Aufklärungsgespräch immer vor OP-Terminvergabe

Ein Gespräch unmittelbar vor dem Eingriff setzt Patienten unter Druck. Zwischen dem Unterschreiben der Einverständniserklärung und der Operation sollte mindestens ein Tag liegen, damit das Gespräch ohne Zeitdruck geführt werden kann. Basis der ärztlichen Informationen sind standardisierte Formulare, die sich exakt auf die jeweilige Operation beziehen. Erst nach der Beratung und Klärung aller offenen Fragen leistet der Patient die notwendige Unterschrift und erhält eine Kopie des Formularbogens für seine Unterlagen. Bei planbaren Operationen sollte grundsätzlich ein ärztliches Aufklärungsgespräch stets vor der Vereinbarung eines Operationstermins stattfinden.

(ms)

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