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Künftig maßgeschneiderte personalisierte Therapie

Mit einem üppigen Forschungsetat von rund 31 Milliarden Dollar pro Jahr finanziert Francis Collins, US-Genforscher und Direktor der National Institutes of Health (NIH) die Arbeit von 6000 Forschern. Mit seinen wissenschaftlichen Forschungen sollen die Weichen für eine optimierte Gesundheitsversorgung gestellt werden. Gegenüber der Zeitung „Welt“ erklört Collins, detailliert den Nutzen und die Chancen der sogenannten personalisierten Medizin.

DNA-Analyse soll optimale Therapie ermöglichen

DNA-Analyse soll optimale Therapie ermöglichen

Collins betonte die Chancen, die sich auch bezüglich präventiver Maßnahmen durch die Entschlüsselung des menschlichen Genoms ergeben. Während sich manche Risiken zwar bereits durch einen Blick in die Familiengeschichte andeuten, geht eine komplette DNA-Analyse den entscheidenden Schritt weiter. Sie erlaubt neben zuverlässigen Prognosen über das Risiko, beispielsweise an Diabetes, Krebs oder Alzheimer zu erkranken auch die Entwicklung maßgeschneiderter Medikamente zur individuellen Behandlung bereits bestehenden Krankheiten.

In DNA-Tests sieht der Genforscher wertvolle Motivationshilfen. Er berichtete, die Analyse seiner eigenen DNA habe ein deutlich erhöhtes Risiko für Diabetes ergeben. Diese Information habe ihn einerseits schockiert, andererseits aber auch den entscheidenden Anstoß gegeben, das Körpergewicht zu reduzieren, die Ernährung umzustellen und Sport zu treiben. Die personalisierte Medizin kann somit ein wirksames Instrument zur Gesundheitsvorsorge sein, aber auch in der Therapie massiv an Bedeutung gewinnen.

In der Krebsforschung hat sich gezeigt, dass bei entsprechender Förderung der Pharmagenomik wirksame neue Medikamente entwickelt werden konnten. Dieses Modell würde laut Collins auch auf breiter Front gut funktionieren, wenn derzeit bestehende bürokratische Hürden bei der Forschung und Entwicklung überwunden werden können. Die individuelle Behandlung bietet nicht nur Krebspatienten Vorteile, sondern erweist sich als ebenso wirksam bei anderen Erkrankungen, wie beispielsweise Diabetes und Alzheimer.

Collins betont, dass bei einer guten Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft das finanzielle Risiko überschaubar bliebe, selbst für vergleichsweise kleine Märkte. So sei es gelungen, ein neues Medikament gegen die seltene Sichelzellen-Anämie zu entwickeln und bis zu klinischen Studien zu begleiten.

(ms)

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