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Jeder elfte Europäer leidet regelmäßig unter Schmerzen

Chronische Schmerzen sind das Thema des Europäischen Schmerz-Kongresses in Hamburg. Vom Dachverband Europäischer Schmerzgesellschaften European Federation of IASP Chapters (EFIC) organisiert, findet er im September erstmals in Deutschland statt. Wie der Präsident des Dachverbandes der EFIC mitteilte, wird jeder elfte Europäer Tag für Tag von Schmerzen geplagt, ohne sich professionelle Hilfe bei einem spezialisierten Therapeuten zu holen.

 

Jeder elfte Europäer leidet regelmäßig unter Schmerzen

Schmerzen haben viele Gesichter: von akuten Attacken oder Krämpfen über quälende Migräne oder Nackenverspannungen bis hin zu extrem schmerzhaften Zahnwurzelentzündungen reicht die Palette. Kaum jemand bleibt im Laufe seines Lebens von mehr oder weniger ausgeprägten Schmerzen verschont. Im Normalfall sind diese Episoden jedoch zeitlich begrenzt.

Dauern die Beschwerden länger als drei bis sechs Monate an oder kehren regelmäßig wieder, handelt es sich um chronische Schmerzen im medizinischen Sinne. In Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien sind rund 52 Millionen Menschen von chronischen Schmerzen betroffen. Weit verbreitet sind dabei Rückenschmerzen mit 63 Prozent, Gelenkschmerzen mit 48 Prozent und Nackenschmerzen mit knapp 30 Prozent. Weitere Verursacher chronischer Schmerzen sind neben Tumoren auch rheumatische Erkrankungen.

In der Erhebung zu chronischen Schmerzen in Europa (Survey of chronic pain in Europe) wird die Anerkennung chronischer Schmerzen als eigenständiges Krankheitsbild gefordert. Professor Kris Vissers aus den Niederlanden begründet diese Notwendigkeit damit, dass andauernde Schmerzen zu Geschehnissen im Gehirn führen können, die nichts mehr mit der eigentlichen Schmerzursache zu tun haben und den gesamten Organismus beeinträchtigen.

Vissers und andere Experten plädieren dafür, neben der Erforschung von Risiken und Nutzen von Schmerzmitteln insbesondere bei älteren Menschen mit verschiedenen Vorerkrankungen auch psychologische Faktoren zu ergründen, die bei der Schmerzempfindung eine Rolle spielen.

(ms)

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