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Verpflanzung embryonaler Stammzellen erstmals auch in Europa

In einer Londoner Augenklinik sollen in Kürze erstmals auch in Europa Patienten mit embryonalen Stammzellen behandelt werden. Bislang wurden diese Zellen nur in den USA zur Behandlung von Menschen eingesetzt.

Verpflanzung embryonaler Stammzellen erstmals auch in Europa

Das Thema Stammzellengewinnung und Stammzellenforschung wird von Gegnern und Befürwortern seit Jahren kontrovers diskutiert. So ist in Deutschland zwar die Gewinnung embryonaler Stammzellen nicht erlaubt, zu Forschungszwecken dürfen sie jedoch importiert werden. Wie das Londoner Moorfields Eye Hospital und das US-Biotechnologieunternehmen Advanced Cell Technology (ACT) mitteilten, sollen die embryonalen Stammzellen in die Augen von zwölf Patienten geschleust werden. Diese leiden an der Krankheit Morbus Stargardt, einer seltenen juvenilen Makuladegeneration, die bislang als unheilbar gilt.

Nachdem die britischen Behörden am Donnerstag zugestimmt hatten, soll nun zunächst überprüft werden, wie sicher die Verwendung solcher Ersatzzellen für die Netzhaut ist. Robert Lanza von ACT teilte dazu mit, es sei das erste Mal, dass ein solcher Test außerhalb der USA genehmigt worden sei. Embryonale Stammzellen besitzen als Körperzellen die Fähigkeit, sich in jede Art von Gewebe wandeln zu können. Damit sind sie dazu geeignet, kranke Zellen zu ersetzen. Mediziner und Forscher setzen große Hoffnungen auf embryonale und adulte Stammzellen bei der Heilung schwerer Krankheiten, wie Parkinson oder Alzheimer.

Auch zur Reparatur von Organ- oder Gewebeschäden können Stammzellen eingesetzt werden. Kritiker führen vor allem ethisch motivierte Bedenken an. Zur Gewinnung embryonaler Stammzellen muss ihrer Ansicht nach menschliches Leben zerstört werden, das sich zu diesem Zeitpunkt in einem sehr frühen embryonalen Zellhaufen-Stadium befindet.
(ms)

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