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Herzinfarkt bleibt Männersache

Akuter Herzinfarkt ist in Deutschland überwiegend eine Männerkrankheit. Männer werden weit häufiger wegen eines Herzinfarkts in ein Krankenhaus eingeliefert als Frauen, sie versterben häufiger daran als Frauen und belasten damit das Gesundheitsbudget weit stärker als Frauen. Dabei sterben aber immer weniger Menschen an einem Herzinfarkt.

Herzinfarkt kostet 1,841 Milliarden Euro pro Jahr
Herzinfarkt kostet 1,841 Milliarden Euro pro Jahr

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung mit Sitz in Düsseldorf berichtete am Freitag anlässlich ihrer Herbsttagung von einem positiven Trend. So sterben laut aktuellem Herzbericht im Vergleich zu den Vorjahren weniger Deutsche an einem Herzinfarkt. Begründet wird dies insbesondere durch neue Entwicklungen in der Medizin, wie beispielsweise die besonders schonenden Eingriffe mit Katheter.

In Bezug auf die Gesamtanzahl der Todesfälle hat sich die Quote in den vergangenen zehn Jahren von 8,5 auf 6 Prozent verringert. Männer sind die typischen Kandidaten für einen Herzinfarkt – weitaus häufiger als Frauen werden sie mit einem akuten Herzinfarkt im Krankenhaus aufgenommen. Diese Tendenz ist so deutlich, dass sich Herzinfarkt beinahe als Männerkrankheit bezeichnen lässt: Die Zahl der männlichen Betroffenen übersteigt um 82,9 Prozent die Zahl der Frauen. Von den neuen schonenden Behandlungsmethoden profitieren ältere Menschen in besonderem Maße, da ihr Organismus Eingriffe mit Katheter besser verkraftet.

Diese werden immer häufiger angewendet – so stieg ihr Anteil an allen Herz-OPs um rund 30 Prozent.  Aufgrund der regionalen Unterschiede im Versorgungsnetz gibt es in den verschiedenen Bundesländern erhebliche Abweichungen vom Gesamtdurchschnitt. In Schleswig-Holstein liegt die Sterblichkeitsrate beim Herzinfarkt 37 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, in Sachsen Anhalt hingegen liegt die Sterblichkeit um mehr als 48 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Wie Peter Sefrin, Präsident der Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte (agbn) erläuterte, könne bessere Medizintechnik zwar einiges ausgleichen, nicht jedoch die Tatsache entschärfen, dass Notärzte immer mehr Zeit benötigten, bis sie zum Patienten kämen. Noch vor vier Jahren trafen Notärzte beinahe eine Minute schneller ein – ein Umstand, der dem großen Kostendruck geschuldet ist, der auf medizinischen Notfall-Dienstleistungen lastet.
(ms)

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