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Dauerhafte Persönlichkeits-veränderung durch halluzinogene Pilze

Magic Mushrooms – sogenannte Zauberpilze – haben nicht nur einen unmittelbaren Rauscheffekt, sondern verändern die Persönlichkeit auf längere Sicht. In einer aktuellen US-Studie konnte noch nach über 12 Monaten eine persönlichkeitsverändernde Wirkung der halluzinogenen Pilze nachgewiesen werden.

Dauerhafte Persönlichkeitsveränderung durch halluzinogene Pilze

Halluzinogene Pilze können die Persönlichkeit verändern.

Der Besitz ist ebenso wie der Verkauf von Zauberpilzen in Deutschland nicht erlaubt. Magic Mushrooms enthalten mit Psilocin einen Wirkstoff, der wie die Droge LSD Rauschzustände auslöst. Während eines Pilz-Trips treten verschiedene Begleiterscheinungen und Halluzinationen auf wie beispielsweise eine verstärkte Sehschärfe oder die Wahrnehmung extremer Lichter. In einer kürzlich im „Journal of Psychopharmacology“ veröffentlichten Studie berichtet die Forschergruppe um Roland Griffiths von der John Hopkins University in Maryland von dauerhaften Persönlichkeitsveränderungen nach Pilz-Trips.

Diese sind laut Griffiths jedoch nicht zwingend negativ zu bewerten, sondern es wurden im Gegenteil etliche positive Veränderungen beobachtet. In ihrer Veröffentlichung schreiben die Autoren, insbesondere die Offenheit und Aufgeschlossenheit der Menschen, die an der Studie teilgenommen hätten, sei auch ein Jahr später noch erhöht gewesen. Für die Studie hatten sich die Teilnehmer – aufgeteilt in Versuchs- und Kontrollgruppen, zu achtstündigen Pilz-Trips ins Labor begeben. Die Persönlichkeitsveränderungen wurden mit standardisierten Tests zu den fünf Bereichen des Charakters erfasst, die auch als „Big Five“ bezeichnet werden. Dazu zählen Extraversion, Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit und Offenheit.

„Mystische Erfahrungen“ mit Zauberpilzen hatten einen messbaren Einfluss auf die aufgeschlossenen Charakterzüge – Großzügigkeit, Fantasie und Gespür für Ästhetik. Einen therapeutischen Nutzen halten Mediziner aus diesem Grund bei Depressionen und Angstzuständen für möglich. Da die Studie mit nur 51 Teilnehmern jedoch nicht repräsentativ ist und die Nebenwirkungen der Pilz-Trips für labile Menschen als durchaus riskant einzuschätzen sind, ist vom Experimentieren mit Zauberpilzen ohne Laborumgebung nach wie vor eher abzuraten.
(ms)

Hintergrund: Als Magische Pilze (Magic Mushrooms) oder Zauberpilze werden Pilze bezeichnet, die die halluzinogenen Wirkstoff Psilocybin und Psilocin enthalten. Es gibt über 100 Pilze mit diesen Wirkstoffen. Bereits die Azteken Mexikos verwendeten psilocybinhaltigen Pilze sowohl zu rituellen als auch zu profanen Zwecken als Rauschdroge. Sie nannten die Pilze Nanacatl oder Teonanacatl, was „Speise der Götter“ bedeutet. Heute ist der aztekische Pilzkult weitestgehend erloschen, und wird von den Indianern nur noch zu seltenen Gelegenheiten praktiziert. Im Gegensatz zum Peyote-Kult, der in aller Öffentlichkeit gepflegt wurde, blieben die Eigenschaften der Zauberpilze und die Rituale lange Zeit geheim. (Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

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