Home / Gesundheit & Medizin / Hohe Dunkelziffer bei Missbrauch von Medikamenten

Hohe Dunkelziffer bei Missbrauch von Medikamenten

Medikamentenmissbrauch zählt zu den Tabuthemen mit enorm hoher Dunkelziffer. Nun hat es sich eine Gemeinschaftsinitiative der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und des ADAC zum Ziel gesetzt, auf die Abhängigkeit und den Missbrauch von Medikamenten aufmerksam zu machen und vor dem enormen Suchtpotenzial zu warnen.

Hohe Dunkelziffer beim Medikamentenmissbrauch

Hohe Dunkelziffer beim Medikamentenmissbrauch

Nach offiziellen Informationen sind 1,5 Millionen Bundesbürger von Medikamenten abhängig. Hier ist der kritiklose Umgang mit Pillen aus der Hausapotheke noch nicht eingerechnet. Viele Menschen neigen zum allzu sorglosen „Einwerfen“ von Tabletten gegen Erkältung, Stress, Schmerz, Schlaflosigkeit oder Übergewicht.  Das Jahrbuch „Sucht 2011“ beziffert die Anzahl der Raucher in Deutschland mit 16 Millionen. Hinzu kommen 2,5 Millionen Konsumenten „weicher“ Drogen
wie Haschisch und Marihuana oder illegaler „harter“ Drogen. Von den rund 1,5 Millionen medikamentenabhängigen Menschen sind 1,1 Millionen von Schlafmitteln und rund 400.000 von anderen Arzneimitteln abhängig.

Eine gezielte Aufklärung soll vor allem auch auf die Gefahren hinweisen, die von anscheinend harmlosen Mitteln in Kombination mit weiteren Medikamenten ausgehen können. Besonders riskant kann ein solcher Medikamentencocktail im Straßenverkehr werden, wenn Wechselwirkungen die Reaktionsfähigkeit stark beeinträchtigen.  Aus diesem Grund plädiert Professor Frank Mußhoff vom Institut für Rechtsmedizin in Bonn für eine bessere Patientenaufklärung durch Ärzte und Apotheker. Auch bei rezeptfrei verkäuflichen Medikamenten sollte grundsätzlich auf bedenkliche Wirkungen hingewiesen werden. Besonders die in letzter Zeit in Mode gekommenen sogenannten „Happy Pills“, die psychisches und geistiges Wohlbefinden steigern sollen, sind als bedenklich einzustufen und können zu Unfällen am Arbeitsplatz führen.

Medikamentenmissbrauch ist ein weitverbreitetes Phänomen – von der Hausfrau, die regelmäßig starke Schlafmittel benötigt, über den Manager, der seine Leistungsfähigkeit durch konzentrationsfördernde Pillen stärken will, bis hin zum Sportler, der Dopingmittel einnimmt. Sie alle sollen durch die neue Kampagne für die Problematik sensibilisiert werden.
(ms)

Scroll To Top