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Kassenflucht in die gesetzlichen Kassen bei Privatpatienten

Steigende Beiträge veranlassen immer mehr Privatpatienten, zu den gesetzlichen Krankenkassen zu wechseln. Nach einem Bericht des Magazins „Spiegel“ häufen sich laut Aussage des Vorstands der AOK Rheinland die telefonischen Nachfragen zu Möglichkeiten eines Wechsels.

Kassenflucht in die gesetzlichen Kassen bei Privatpatienten

Kassenflucht in die gesetzlichen Kassen bei Privatpatienten

Genaue Zahlen nannte die AOK-Rheinland jedoch nicht. Der Verband der privaten Krankenversicherungen (PKV) ließ durch seinen Sprecher den Trend zur Flucht aus der Privatversicherung klar zurückweisen. Auch die Barmer GEK und die Techniker Krankenkasse verzeichnen dem Spiegel-Bericht zufolge eine steigende Zahl von Wechslern. Etwa 27.600 Versicherte kamen 2011 von einer privaten Versicherung zur Barmer-GEK – das bedeutet einen Zuwachs von 9 Prozent. Zur Techniker Krankenkasse wechselten im Vergleich zum Jahr 2010 sogar 12 Prozent mehr.

Die PKV konnte für das Jahr 2011 noch keine Zahlen vorlegen. Wie ein Verbandssprecher mitteilte, geht die PKV aber nicht von erheblichen Verlusten aus. „Es gibt jedes Jahr mehrere Tausend Menschen, die umgekehrt von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln.“ Wahrscheinlicher als sinkende Versichertenzahlen sei unterm Strich eher ein Zuwachs, so der Verbandssprecher.

Grundsätzlich ist das Verlassen einer privaten Krankenversicherung gesetzlich nicht gestattet. Der Gesetzgeber erlaubt den Wechsel in Ausnahmefällen, wenn durch ein sinkendes Gehalt bestimmte Einkommensgrenzen unterschritten werden oder bei Arbeitslosigkeit. Da in den letzten Jahren private Kassen ihre Beiträge stark angehoben haben, im Einzelfall um jährlich bis zu 50 Prozent, versuchen Versicherte offenbar, den starken Preiserhöhungen durch einen Wechsel zu entgehen. Wechselwillige können sich von den Krankenkassen über die bestehenden Möglichkeiten beraten lassen. Der Sprecher des Spitzenverbands der gesetzlichen Kassen betont: „Im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben ist uns jeder willkommen.“ (ms)

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