Home / Forschung / Warum machen Gerüche manche Menschen krank?

Warum machen Gerüche manche Menschen krank?

Es gibt Menschen, die überempfindlich auf Gerüche sind und etwa vom Parfum der Dame am Nachbartisch im Restaurant Kopfschmerzen bekommen. Putzmittel können bei ihnen dafür sorgen, dass die Nase juckt. Wenn man solche oder ähnliche Symptome durch alltägliche Gerüche hat, dann bedeutet das nicht zwangsläufig, dass man eine Allergie hat. Forscher sagen, das sei eine sogenannte chemische Intoleranz.

Manche Menschen reagieren überempfindlich auf Gerüche.

Wie Linus Andersson von der Umeå Universität berichtet, gibt es bei manchen Menschen eine Überempfindlichkeit gegen Gerüche. Sie ensteht durch die Unfähigkeit, sich an Gerüche zu gewöhnen. Normalerweise nimmt die Wahrnehmung von Gerüchen schnell ab, wenn man etwa die Wohnung eines Freundes betritt. Auch wenn man Gerüche im Raum anfangs noch bewusst wahrnimmt, denkt man nicht länger an sie und nimmt sie irgendwann nicht mehr wahr. Für Menschen mit chemischer Überempfindlichkeit scheinen Gerüche hingegen immer präsent zu sein.

Unterschiede in der Gehirnaktivität

Der Psychologie-Forscher Linus Andersson hat überempfindliche und „normale“ Studienteilnehmer verschiedenen Gerüchen ausgesetzt und die Reaktionen verglichen. „Die Hypersensitiven Personen waren der Ansicht, dass die Gerüche stärker wurden obwohl die Konzentration nicht verändert wurde. Ihre Gehirnaktivität unterschied sich dabei auch von der zweiten Gruppe, die aus Teilnehmern ohne Überempfindlichkeiten gegen Gerüche bestand. Die Ergebnisse der Untersuchung gehen auf Befragung, EEG und der sogenannten funktionellen Magnetresonanztomographie zurück. Wie Linus Andersson erklärt, zeigten die überempfindlichen Versuchspersonen auch eine Stunde nach der Geruchswahrnehumg keine Verringerung der Gehirnaktivität. Die Unfähigkeit sich an Gerüche zu gewöhnen ist offenbar Schuld an der Überempfindlichkeit.

Überempfindlich gegen Gerüche

Diese Personen hatten auch  einen anderen Blutfluss im Gehirn im Vergleich zu jenen, die Gerüche langsam nicht mehr wahrnehmen. Diese Überempfindlichkeit scheint Einfluss auf den gesamten Körper zu haben. „In anderen Worten: Wir können sehen, dass diese Intoleranz sowohl den Körper als auch den Geist und die Psyche betrifft; un es ist wichtig, sich nicht nur blind auf einen der beiden Aspekte zu konzentrieren, sagt Linus Andersson. Diese sogenannte chemische Intoleranz kommt dabei recht häufig vor. Etwa zehn Prozent der schwedischen Bevölkerung ist davon betroffen. Zahlen über die Betroffenen hierzulande gibt es noch nicht. Allerdings haben nur zwei Prozent wirklich schwerwiegende Symptome aufgrund der Überempfindlichkeit.

httpv://www.youtube.com/watch?v=tSGLYQ_6s-Q

Scroll To Top