Home / Gesundheit & Medizin / Lepra: Eine Geissel der Menschheit – nach wie vor

Lepra: Eine Geissel der Menschheit – nach wie vor

Auf den ersten – europäischen – Blick wirkt der Welt-Lepra-Tag, der jeweils am letzten Januarsonntag begangen wird, wie eine nostalgische Veranstaltung. Lepra, der Aussatz, scheint eine Seuche des Mittelalters zu sein. Buchmalereien, die verkrüppelte Leprakranke zeigen, die mit den typischen Rasseln die Gesunden vor einer Annäherung warnen müssen, kommen unwillkürlich in den Sinn.
Lepra: Eine Geissel der Menschheit - nach wie vor

Lepra: Eine Geissel der Menschheit - nach wie vor

Dennoch reicht dieser auf Europa fixierte Blick nicht weit genug. In Südamerika, in Asien und Afrika findet die Lepra nach wie vor ihre Opfer. Diese Krankheit, die den Menschen schon seit Urzeiten begleitet und in den ältesten Papyri Erwähnung findet, ist in zahlreichen Ländern ein sehr aktuelles Problem. Dort zerstört die Lepra immer noch Leben. Die Leben vieler Menschen.

Darum hat der Welt-Lepra-Tag nach wie vor eine wichtige Bedeutung. Allein in Indien stecken sich über 120.000 Menschen jährlich mit der Krankheit an, womit der Subkontinent die größte Ansteckungsrate aufweist. Weltweit gesehen liegt die Zahl der jährlichen Neuinfektionen bei etwa einer Viertelmillion.
Wie immer trifft es die Ärmsten der Armen in den armen Ländern. Lepra wird von Mensch zu Mensch übertragen, vermutlich durch Tröpfcheninfektion. Der niedrige hygienische Standard in den Elendsvierteln, die beengten Wohnverhältnisse, die allgemeine körperliche Schwächung durch Unterernährung oder durch Arbeit unter extremen Bedingungen fördert die Infektionsneigung. Der ebenso banale wie reale tägliche Kampf um das sprichwörtliche Stückchen Brot lässt die Betroffenen oft die ersten Anzeichen der Erkrankung übersehen. Hilfe wird meist erst dann gesucht, wenn durch mangelndes Gefühl in Beinen und Armen eine erhöhte Verletzungsgefahr vorliegt.
Lepra wird durch das Bakterium Mycobacterium leprae ausgelöst und lässt sich mit Antibiotika erfolgreich behandeln. Kein Mensch müsste in der heutigen Zeit an Lepra leiden. Die internationale Gemeinschaft steht in der Pflicht, verstärkte Anstrengungen zu fördern. Daran erinnert auch 2012 der Welt-Lepra-Tag.
Scroll To Top