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Vitamin D: 90 Prozent der Schwangeren unterversorgt

Wachstumsstörungen, Skelettmissbildungen wie deutliche O-Beine – Rachitis ist eine Krankheit, die bei Kindern zu lebenslangen Deformierungen führt. Die „englische Krankheit“, wie sie auch genannt wurde, traf jene, die in lichtlosen Hinterhöfen aufwuchsen, in Industriestädten, die unter einer Schicht von Smog lagen, in Ländern, wo Mangelernährung zum Alltag gehörte. Wurden Kinder von Rachitis betroffen, so zeigte sich bei Erwachsenen die Knochenerweichung, Osteomalazie.
Schwangere leiden vielfach an Vitamin-D-Mangel

Schwangere leiden vielfach an Vitamin-D-Mangel

Das alles sollte der Vergangenheit angehören. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Deutschland noch immer ein Land ist, in dem Vitamin D-Mangel, der Auslöser von Rachitis und Osteomalazie, ein gravierendes Problem darstellt. Kinderärzte verschreiben Vitamin D-Präparate für Kinder bis zu zwei Jahren. Allerdings zeigen Untersuchungen, dass bei Kindern und Jugendlichen jenseits dieser Altersgrenze größtenteils eine Unterversorgung mit diesem lebenswichtigen Vitamin festzustellen ist. Tatsächlich klingen die Zahlen recht dramatisch: Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung die Aufnahme von 20 Mikrogramm empfiehlt, sind es bei Kindern zwischen sechs und elf Jahren im statistischen Durchschnitt gerade einmal 1,4 Mikrogramm.

Vitamin-D: „Unterversorgung ist dramatisch“

Wie dramatisch sich die Situation auch sonst darstellt zeigt der Blick auf die Statistik, die eine Unterversorgung bei 90% aller Schwangeren registriert. Vitamin D kann vom menschlichen Körper in größeren Mengen selbst gebildet werden. Dazu muss die Haut der Sonne ausgesetzt werden, allerdings reichen bei einem durchschnittlichen Europäer knapp zehn Minuten bei teilweise unbedeckter Haut.
Das fettlösliche Vitamin kann auch mit der Nahrung aufgenommen werden. Länder wie die USA umgehen das Problem des Vitamin D-Mangels mit Vitaminzusätzen bei bestimmten Lebensmitteln. In Europa ist diese Methode, außer bei Margarine und Frühstücksflocken, verboten. Es bleiben also die natürlichen Quellen. Fisch steht als Vitamin D-Lieferant an erster Stelle, danach kommt der Verzehr von Eiern und Fetten.
Vitamin D-Mangel wird für eine Reihe von Spätschäden verantwortlich gemacht. Dazu zählen erhöhte Risiken von Diabetes und Multipler Sklerose. Eine stark überhöhte Zufuhr des Vitamins hat ebenfalls Risiken, dürfte aber nur in Ausnahmefällen vorkommen.

Kommentare

  1. Diese Studien zeigen mal wieder, wie viel in Deutschland in Sachen Ernährung im Argen liegen. Es ist natürlich bequemer und vermeintlich schmackhafter, sich einen Burger reinzuschieben, als frisches und gesundes Essen zuzubereiten.

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