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Studie: Wie gefärlich sind Nanopartikel?

Sogennante Nanopartikel im Essen und in Arzneimittel werden Experten zufolge künftig immer öfter zum Einsatz kommen. Doch die langfristige Wirkung der Partikel auf die menschliche Gesundheit ist bislang noch nicht bekannt. Daher haben Forscher Nanopartikel unter die Lupe genommen.

Studie: Wie gefärlich sind Nanopartikel?

Studie: Wie gefärlich sind Nanopartikel?

Im Fachmagazin Nature Nanotechnology haben Forscher zweier amerikansicher Universitäten die Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlicht. Über die Wirkung von Nanoteilchen auf die Menschen und die Umwelt ist bisher sehr wenig bekannt. Nun zeigen die Forscher, dass eine dauerhafte und akute orale Aufnahme von Nanopartikeln Einfluss auf die Aufnahme von Eisen sowie den Transport haben könnte. Das hat das Team um Michael L. Shuler von der Cornell-Universität in Ithaca in New York entdeckt.

In der Studie wurden 50 Nanometer große Partikel aus dem Kunststoff Polystyrol verwendet. Im Test mit Hühnern zeigte sich: Bei Hühnern, die länger Polystyrol-Teilchen aufnahmen, war die Darmschleimhaut so verändert, dass sie mehr Eisen aufnehmen konnte. Damit ist diese Untersuchung ein weiterer Mosaikstain, um das Bild zu vervollständigen. Weitere Studien zur Wirkung der Nanopartikel auf die Gesundheit seien laut Forscher wichtig, denn durchschnittliche nimmt ein Mensch in einem Industrieland täglich mindestens tausend Milliarden Mini-Partikel über die Nahrung zu sich nimmt.

Japanische Forscher spritzten trächtigen Versuchstieren in einer Studie aus dem Jahr 2009 Nanopartikel. Die Nachkommen litten laut Wissenschaftler an neurologischen Störungen, die denen bei Alzheimer oder Autismus ähneln. Bei Hunderten Genen zeigten sich Veränderungen. Dadurch könnten sich neurologische Störungen wie Alzheimer, Schizophrenie und Parkinson entwickeln. In anderen Studien wurde gezeigt, dass Nanopartikel negative Folgen auf die Atemwege haben können.

Hintergrund: Was ist Nanotechnologie?

Diese Technologie hat bereits vor Jahrzehnten in Lacken oder Medikamenten Einzug gehalten. Inzwischen wird sie in etlichen Bereichen des täglichen Lebens wie in kosmetischen Produkten, Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen gezielt eingesetzt, ohne dass dies für Verbraucher ersichtlich ist. Eine Kennzeichnungspflicht gibt es laut Bundesinstitut für Risikobewertung nicht. Durch die Nanotechnolgie sollen dabei die Produkteigenschaften verbessert werden. Doch sind sie unbedenklich für die Gesundheit?

„Insbesondere Nanopartikel, die in ungebundener Form vorliegen, könnten zu einem spezifischen Gesundheitsrisiko werden“, erklärt das BfR. Auch die WHO schließt nicht aus, dass Nanopartikel negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Nanopartikel sind dabei Teilchen mit einem Durchmesser kleiner als 100 Nanometern (nm). Derart kleine Substanzen nehmen eine ganz andere Verteilung ein und weisen andere physikalisch-chemische Eigenschaften auf als derselbe Stoff in größeren Dimensionen.

Nanopartikel in Kosmetik und Lebensmittel

Nanopartikel werden beispielsweise als UV-Filter in Sonnenschutzcremes eingesetzt. Auch in Zahncremes und in Hautpflegeprodukten kommen sie vor. Es wird berichtet, dass Nanomaterialien in Lebensmitteln als Hilfs- und Zusatzstoffe zum Einsatz kommen. Da es aber keine Kennzeichnungspflicht gibt, ist bisher nicht klar, ob Hersteller Nanopartikel tatsächlich einsetzen. Laut BfR werden sie aber in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet.

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