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Sind 90 Prozent der ADHS-Diagnosen falsch?

Laut FAZ ist jeder zehnte Junge in Deutschland krank: Er leidet an ADHS, dem Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom. Experten zufolge sind aber 90 Prozent der ADHS-Diagnosen falsch. Dabei drängt sich die Frage auf, gibt es die Krankheit überhaupt?

Sind 90 Prozent der ADHS-Diagnosen falsch?

Sind 90 Prozent der ADHS-Diagnosen falsch?

Pharmakonzerne machen bundesweite Kampagnen, um auf die Krankheit ADHS aufmerksam zu machen. Die Diagnosen ADHS steigen. Ulrike Lehmkuhl, Direktorin der Kinderklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie an der Berliner Charité, beobachtet laut Frankfurter Allgemeine Zeitung eine Inflation von ADHS-Diagnosen. Sie hält es aber für unwahrscheinlich, dass sich die Krankheit ausbreitet. Schließlich sei das kein Virus. Neun von Zehn Kindern, die zu ihr geschickt werden, leiden nicht an ADHS. 90 Prozent der ADHS-Diagnosen sind in diesem Fall also falsch. Zudem trete ADHS schon im frühen Kindesalter auf: „ADHS, das in der siebten Klasse plötzlich auftritt, gibt es nicht!“

ADHS: Impulsiv, hyperaktiv und unkonzentriert

Gerd Glaeske, Professor für Arzneimittelversorgungsforschung an der Universität Bremen ist laut FAZ der Meinung, dass gerade Jungs risikoreicher leben und sich erproben wollen. Heute fehlen aber die Freiräume: „Jungen versuchen, Grenzen zu überschreiten“, so Glaeske, „das gilt in unserem System als auffällig.“ Früher galt so ein Behnehmen als selbsverständlich. Heute habe die Toleranz dafür abgenommen. Wer in der Schule nicht stillsitzen kann, unkonzentriert ist, schnell wütend wird und stört, der leide an ADHS. Diese drei ADHS-Symptome sprechen für eine Erkrankung: Impulsivität, Hyperaktivität und ein Aufmerksamkeitsdefizit. Doch sind Kinder nicht einfach gerne mal impulsiv, überdreht und unkonzentriert? Sind sie deshalb gleich krank?

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Stefanie Vogelsang sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, dass man nicht länger einfach wegschauen dürfe, wenn das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom ADHS inflationär als Erklärung für Schulversagen genutzt werde. „Das Streben nach Leistung darf nicht durch Medikamente unterstützt werden“, warnte Vogelsang.

Die erfundene Krankheit?

In Deutschland nehmen schätzungsweise eine Viertel Million Kinder Medikamente gegen ADHS ein. Meist ist das Ritalin. Die Menge an Verschreibungen hat sich laut FAZ in den letzten Jahren vervielfacht. Von 34 Kilo im Jahr 1993 auf fast 1,8 Tonnen im Jahr 2010. Gleichzeitig ist auch der Gewinn der Pharmafirmen damit natürlich nach oben geschossen. Doch immer wieder tauchen kritische Stimmen auf, ADHS gebe es gar nicht. Das beste Argument dafür ist der Entdecker der Krankheit selbst. Durch den US-Psychiater Leon Eisenberg bekamen die Symptome Impulsivität, Hippeligkeit und Konzentrationsstörung einen Namen. Er sorgte dafür, dass ADHS als psychische Erkrankung klassifiziert wurde. Im Laufe der Zeit kamen ihm Zweifel. Eisenberg gestand dem Wissenschaftsjournalisten Jörg Blech vor einigen Jahren, dass er nicht mehr an ADHS glaubt.

2 Kommentare

  1. Zu schnell und zu leichtfertig wird heute ADHS diagnostiziert. Auch für die Eltern ist es bequemer, dem Kind die Medikamente zu geben, als sich mit seiner, oft einfach anstrengenden Erziehung auseinanderzusetzen.

  2. Der FAZ-Artikel enthält mehrere drastische sachlichen Fehler.

    Der schlimmste: Die angeblichen 90% Fehldiagnosen bei ADHS betreffen die Überprüfung von Verdachtsdiagnosen, also die, die sorgfältige Ärzte vor MPH-Verschreibung und zur Überprüfung der (schwierigen) Diagnose in die Klink zu Prof. Lehmkuhl schicken. Davon sind in der Praxis in Berlin 90% des Verdachts falsch, die Kinder sind aber nicht unbedingt gesund sondern haben meist eine andere Störung die mit ADHS verwechselt wurde.

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