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Forscher versuchen „Netzwerk Körper“ zu verstehen

Herz, Lunge, Gehirn und andere Organe arbeiten in einem Netzwerk, das sich aber nahezu minütlich. Doch wie funktioniert das genau? Dieser Frage gingne nun Forscher nach. Denn für die Intensivmedizin könnte das wichtige Erkenntnisse bringen, zum Beispiel im Hinblick auf ein Multiorganversagen.
Forscher versuchen "Netzwerk Körper" zu verstehen
Forscher versuchen „Netzwerk Körper“ zu verstehen.

Der ziemlich bekannte Fernseh-Arzt Dr. House wartet oft mit unorthodoxen diagnostischen Ansätzen auf. Wie ein Detektiv betrachtet er eine Vielzahl von Wechselwirkungen, um die Ursache der Symptome zu verstehen und die richtige Diagnose zu finden. In der Realität sieht Medizin wohl etwas anders aus. Vor allem gibt es ein Problem: Gerade Spezialisten konzentrieren sich meist auf ein Organ: Kardiologen prüfen vor allem EKG-Signale, Pneumologen Atemmuster und Lungenfunktion, Neurologen das EEG des Gehirns.

Beziehungsnetzwerk von Organen

„Der menschliche Organismus ist allerdings ein integriertes Netzwerk von miteinander verbundenen und wechselwirkenden physiologischen Organ-Systemen, bei dem das Verhalten eines Systems durch Veränderungen in der Dynamik anderer Systeme betroffen sein kann“, erläutert der statistische Physiker Jan Kantelhardt von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Zusammen mit Forschern der Harvard Medical School (USA), der Bar-Ilan Universität (Israel) und der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften hat er das Beziehungsnetzwerk von Organen im Fachmagazin „Nature Communications“ beschrieben.

„Um die physiologische Funktion zu verstehen, ist es daher entscheidend, das Netzwerk der Wechselwirkungen zu identifizieren und seine Entwicklung unter verschiedenen physiologischen Zuständen und pathologischen Bedingungen zu verfolgen. Mit unserer Methode ist das machbar.“ Die Forscher haben nämlich eine neue Methode entwickelt, wie das Netzwerk der Organe systematisch dargestellt werden kann. Dafür nutzen die Forscher Messungen von Körper-Signalen zvon Herz, Lunge, Augen und Gehirn während des Schlafes.

Den Körper als System betrachtet

„Der in unserer aktuellen Publikation entwickelte Organ-übergreifende Ansatz könnte die Entwicklung eines neuen Fachgebietes, der Netzwerk-Physiologie, auslösen“, sagt Kantelhardt. Denn ein Multiorganversagen sei ein häufiger Grund für den Tod eines Patienten. Die Forscher betrachten die Zusammenarbeit der Organe damit als System.

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