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Fünf EHEC-Fälle in Hamburg

Nachdem ein Mädchen in Hamburg an den Folgen einer EHEC-Infektion gestorben ist, war die Angst bereits groß. Viele fürchteten, der „Killerkeim“ könnte zurückkommen. Während die Gesundheitsbehörde bereits Entwarnung gab, waren Experten skeptisch, ob es bei einem Einzelfall bleibt. Sie sollten Recht behalten: Fünf EHEC-Fälle wurden nun in Hamburg registriert.

Zwei Mädchen und zwei Rentnerinnen an EHEC erkrankt.

Zwei Mädchen und zwei Rentnerinnen an EHEC erkrankt.

Im Hamburg stecken sich offenbar immer mehr Menschen am lebensgefährlichen Erreger EHEC an. Fünf Ehec-Fälle wurden in den vergangenen Wochen in Hamburg registriert. Ein Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde teilte aber mit, dass es keinen Hinweis auf eine Epidemie wie 2011 gebe. Zwei Kinder und zwei ältere Frauen haben sich angesteckt. Sie alle stammen aus Blankenese oder der nahen Umgebung. Offenbar gab es keinen persönlichen Kontakt, daher ist der Übtertragungsweg bislang noch unbekannt.

Kommt der EHEC-Erreger wieder zurück?

Die Behörden beruhigen derweil und geben bereits Entwarnung. Demnach wurde bisher bei keinem der vier neu Erkrankten das hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) – die schwere Verlaufsform einer Ehec-Infektion – diagnostiziert. Nur das sechsjährige Mädchen, das an EHEC starb, litt an HUS. Zudem handelte es sich zumindest bei der Sechshährigen nicht an der aggressiven Variante, die vergangenes Jahr zu 50 Todesfällen in Deutschland führte. . Das Mädchen starb also nicht am Erreger von 2011, sondern an einem anderen Erregertyp.

Insgesamt waren damals laut Robert Koch Institut (RKI) über 4300 Fälle gemeldet worden. Dabei ist es aber so, dass 800 bis 1200 Menschen pro Jahr an dem aggressiven Keim erkranken– das sind deutlich weniger Fälle als beispielsweise durch Salmonellen oder Campylobacter verursacht werden

Hintergrund: EHEC-Symptome

Ungefähr zwei bis 10 Tage (durchschnittlich 3-4 Tage) nach der Ansteckung kommt es zunächst zu wässrigen Durchfällen, die im Verlauf auch wässrig-blutig erscheinen können. Hinzu kommen Beschweren wie Übelkeit, Erbrechen und zunehmende Bauchschmerzen, selten auch Fieber. Die meisten EHEC-Fälle verlaufen sehr leicht und bleiben daher vielfach unerkannt. Bei zehn bis 20 Prozent der Erkrankten entwickelt sich als schwere Verlaufsform eine blutige Darmentzündung mit krampfartigen Bauchschmerzen, blutigem Stuhl und teilweise Fieber bis hin zu Nierenversagen. Eine Ansteckungsfähigkeit besteht, solange EHEC-Bakterien im Stuhl nachgewiesen werden.

 

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