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11 Millionen Tonnen Lebensmittel landen im Müll

Jährlich werden knapp 11 Millionen Tonnen Lebensmittel als Abfall entsorgt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart, die Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner nun vorstellte.

11 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in der Mülltonne

Am häufigsten wird Obst und Gemüse in der Mülltonne entsorgt. Foto: flickr/CCHelloIamNik

Kaum zu glauben: 11 Millionen Tonnen Lebensmittel landen Jahr für Jahr im Müll. Industrie, Handel, Großverbraucher und Privathaushalte zusammen sorgen dabei für diesen Müllberg. Der Großteil der Lebensmittelabfälle (61 Prozent) entsteht aber in Privathaushalten, gefolgt von Großverbrauchern wie Gaststätten oder Kantinen sowie der Industrie (jeweils rund 17 Prozent). Privathaushalte entsorgen  jedes Jahr in ganz Deutschland rund 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel . Im Schnitt wirft jeder Bundesbürger pro Jahr 81,6 Kilogramm weg.

65 Prozent dieser Abfälle könnten dabei vermieden werden, wie die Studie zeigt. Pro Kopf werden in Deutschland stattdessen 235 Euro in den Müll geworfen – in Form von Lebensmittel. Bei einem Haushalt mit vier Personen summiert sich das durchschnittlich auf 940 Euro, auf Deutschland hochgerechnet sind es bis zu 21,6 Milliarden Euro pro Jahr, die die vermeidbare Verschwendung kostet. Am häufigsten auf dem Müll landen Gemüse und Obst – sie machen 44 Prozent aller vermeidbaren Lebensmittelabfälle in Privathaushalten aus.

„Wir leben in einer Überfluss- und Wegwerfgesellschaft. In Deutschland und Europa wird viel zu viel weggeworfen, wertlos gemacht, vernichtet. Jeder von uns kann seinen Beitrag leisten, die Verschwendung wertvoller Ressourcen zu stoppen. Es ist Zeit für einen Bewusstseinswandel – und für mehr Wertschätzung für unsere Lebensmittel“, sagte Bundesverbraucherministerin Aigner in Berlin.

Unter dem Titel „Zu gut für die Tonne“ wird das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) Ende März eine breit angelegte Informationskampagne für Verbraucher starten. Aber auch der Handel ist gefordert, seinen Kunden mehr Informationen über den verantwortungsbewussten Umgang mit Lebensmitteln anzubieten und gleichzeitig zu prüfen, mit welchen Stellschrauben und Maßnahmen eine weitere Reduzierung der Wegwerfraten erreicht werden kann.

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