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Mehr Kinder erkranken an Tuberkulose

Die Zahl der Tuberkulose-Neuerkrankungen bei Kindern ist in Deutschland erneut gestiegen. Bereits das zweite Jahr in Folge ist damit ein leichter Anstieg der Infektionen zu verzeichnen. Das teilte das Robert-Koch-Institut heute in Berlin mit.

Mehr Kinder erkranken an Tuberkulose

Mehr Kinder erkranken an Tuberkulose. Foto: flickr/CCdabeez

Die Tuberkulose ging in Deutschland sowie Europa durch verbesserte Lebensbedingungen und wirksame medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten in den letzten hundert Jahren stark zurück. Global betrachtet ist die Erkrankung aber noch ein großes Problem. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) beläuft sich die jährliche Zahl der Neuerkrankungen auf 8,8 Millionen, davon etwa 1,1 Millionen Todesfälle. In Entwicklungs–und Schwellenländer ist die einer der häufigsten Krankheiten überhaupt.

Auch wenn die Tuberkulose-Fälle in Deutschland verhältnismäßig gering sind, so warnt das Robert-Koch-Institut davor, die Gefahr zu unterschätzen. Im Jahr 2010 sind 136 Patienten an einer Tuberkulose gestorben. Insgesamt hat das Robert Koch-Institut 4.330 Tuberkulosen registriert, kaum weniger als im Jahr 2009 (4.419 Fälle, davon 164 Todesfälle). Diese Zahlen sind im neuen Tuberkulose-Jahresbericht des RKI veröffentlicht. „In Anbetracht der Schwere der Krankheit und der Behandlungsdauer von mindestens sechs Monaten ist das noch immer eine viel zu hohe Zahl von Erkrankungen“, betont Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts.

Die Gesamtzahl der Erkrankungen nähert sich seit 2008 einem Plateau, während in früheren Jahren jährlich ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen war. Im Jahr 2010 erkrankten 158 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren an einer Tuberkulose. Damit setzt sich der 2009 erstmals beobachtete Anstieg fort. Dies könnten laut RKI erste Hinweise auf eine mögliche Stagnation oder sogar einen Wiederanstieg der Erkrankungszahlen in den kommenden Jahren sein, wie dies in einzelnen Ballungsräumen in Deutschland bereits beobachtet werden kann.

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