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Studie bestätigt Erfolge des Mammografie-Screenings

20 Jahre nach Einführung der regelmäßigen Röntgenuntersuchung belegt eine aktuelle Studie den Nutzen der Mammografie-Screenings. Damit widerspricht die neue Untersuchung der Aussage einer dänischen Studie, die vor rund zwei Jahren den Sinn der Reihenuntersuchungen anzweifelte und die Häufigkeit von Fehldiagnosen kritisierte.

Studie bestätigt Erfolge des Mammografie-Screenings
Studie bestätigt Erfolge des Mammografie-Screenings

In der in Wien anlässlich des 8. Europäischen Brustkrebskongresses vorgestellten Studie sehen niederländische Forscher den Nachweis erbracht, dass die Verunsicherung der Frauen durch Fehleinschätzungen der Gefährlichkeit von Tumoren und falsche Krebsdiagnosen tolerierbar sei. Das Risiko einer fehlerhaften Diagnose beträgt auf 20 Jahre gerechnet lediglich sechs Prozent. Dem gegenüber stehen die Vorteile des Screenings, die aus Sicht der Wissenschaftler des medizinischen Zentrums der Uni Rotterdam klar überwiegen.

Jacques Fracheboud, einer der an der Studie beteiligten Wissenschaftler, sieht in den Ergebnissen überzeugend bewiesen, „dass das Programm über die letzten 20 Jahre in den Niederlanden zu einem Rückgang der Brustkrebsmortalität beigetragen hat.“ Insgesamt haben seit 1990 2,9 Millionen Frauen in den Niederlanden an Screenings teilgenommen. Rianne de Gelder, eine der Mitautorinnen der Studie, relativiert gleichzeitig den eindrucksvollen Rückgang der Sterberate. In den Jahren 1986 bis 1989 starben im Vergleich zum Jahr 2009 30 Prozent mehr Frauen im Alter zwischen 50 und 75 Jahren an Brustkrebs. Allein durch das Screening und anschließende Therapien lässt sich dieser Rückgang nach Ansicht der Wissenschaftlerin jedoch nicht erklären. Vielmehr müsse man in den Vergleich auch andere Fortschritte in der Brustkrebsdiagnostik und Behandlung
einbeziehen.

In Deutschland wird seit 2005 die Mammografie im Abstand von zwei Jahren durchgeführt, um Tumore möglichst frühzeitig entdecken zu können. Mit 18.000 Todesfällen pro Jahr ist Brustkrebs in Deutschland die bei Frauen häufigste Krebsart.
(ms)

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