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Pubertät kostet Milliarden von Gehirnzellen

Eltern von pubertierenden Jugendlichen kennen das Problem: Von einem Tag auf den anderen ist die sonst so liebenswerte Tochter und der eigentlich sehr hilfsbereite Sohn kaum mehr wiederzuerkennen. Jetzt kommen Forscher zu einem interessanten Ergebnis: Das menschliche Gehirn nimmt während der Pubertät offenbar eine bemerkenswerte Entwicklung.

Pubertät kostet Milliarden von Gehirnzellen

Pubertät kostet Milliarden von Gehirnzellen

Um die kognitive Leistungsfähigkeit des Jugendlichen zu stärken, sterben in der Pubertät Milliarden von Gehirnzellen ab. Danach allerdings arbeiten die verbleibenden Zellen nur umso effektiver zusammen – und liefern erneut ein eindrucksvolles Beispiel für die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit des menschlichen Körpers.

In der Pubertät macht der jugendliche Körper eine hormonelle Umstellung durch, die der Erhaltung der Fortpflanzungsfähigkeit dient. Eine neues Studie des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt am Main ergab nun, dass während dieser Zeit außerdem Milliarden von Zellen im Gehirn sterben, so dass am Ende nur das übrig bleibt, was tatsächlich benötigt wird. Diese Zellen wiederum verfestigen sich und vernetzen sich noch etwas effektiver, erläutert Studienleiter und Neurowissenschaftler Prof. Uhlhaas gegenüber dem Magazin Focus. Tatsächlich hat das menschliche Gehirn die höchste Anzahl an Synapsen schon während der Spätphase der Kindheit. Aus den absterbenden Gehirnzellen resultieren aber keine negativen Effekte, da sich die kognitive Entwicklung im Anschluss noch strukturierter gestaltet.

Tatsächlich fallen während der Pubertät vor allem die äußerlichen Veränderungen des Körpers auf. Doch im Alter von 15 bis 17 Jahren erfolgen weitreichende Umbauten des menschlichen Gehirns, die nach außen hin kaum sichtbar werden, die das eigene Planen und Handeln am Ende aber sehr viel effektiver und zielgerichteter ablaufen lassen.

Für Eltern pubertierender Kinder bleibt damit die beruhigende Gewissheit, dass die liebenswerte Tochter und der hilfsbereite Sohn nach dem Abschluss der Pubertät sicher wieder zu altbekannter Form zurückfinden – auch wenn es während der Pubertät manchmal kaum den Anschein hat.

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