Home / Forschung / Neu entdecktes Gen verlangsamt Tumorwachstum

Neu entdecktes Gen verlangsamt Tumorwachstum

Das Gen, das neue Hoffnung für viele krebskranke Menschen bedeuten könnte, entdeckten Wissenschaftler des Instituts für Humangenetik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bei der Untersuchung von Zellen bösartiger Hirntumoren. Aufgrund der Untersuchungsergebnisse gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die tumorunterdrückende Wirkung nicht nur bei Hirntumoren, sondern auch bei Brust- und Darmkrebs auftritt.

Neu entdecktes Gen verlangsamt Tumorwachstum

Neu entdecktes Gen verlangsamt Tumorwachstum

Das Forscherteam um Prof. Ruthild Weber berichtet in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Brain“ über die weitreichenden Chancen ihrer Entdeckung. In Zukunft könnte die Funktionsweise des neu entdeckten Gens bei der Entwicklung von Krebsmedikamenten berücksichtigt werden.

Das veränderte Gen fiel im Rahmen der Untersuchung von Glioblastomen auf, deren Zellen von bösartigen Hirntumoren abstammen. Durch die Veränderungen war das Gen deaktiviert worden – ein zuverlässiger Hinweis darauf, dass es tumorunterdrückend wirkt. Entsprechende Genveränderungen entdeckten die Wissenschaftler auch in Tumoren, die andere Organe befallen hatten.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und der Universität Bonn, wo Weber bis Ende 2011 Professorin am Institut für Humangenetik war, belegte das Team die tumorunterdrückende Funktion des Gens durch weitere Experimente. In Tierversuchen an Mäusen bestätigte sich, dass Tumorzellen mit intaktem Gen weniger stark wuchsen und weniger beweglich waren. Die geringere Beweglichkeit hängt mit dem auf Basis des Gens entstehenden Protein Focadhesin zusammen, das als sogenanntes „fokales Adhäsionsprotein“ ein Kommunikationszentrum unterhalb der Zellmembran bildet und die Agilität der Zelle beeinflusst. Weitere zellbiologische Eigenschaften des Focadhesins wollen die Forscher noch weiter entschlüsseln.

Laut Professorin Weber ist der erste Schritt in Richtung einer individualisierten Krebsmedikation, die Genfunktion zu kennen. Möglicherweise sprechen Patienten, „deren Tumoren das veränderte Gen tragen, auf ein neues Krebsmedikament anders an als Patienten mit Tumoren mit intaktem Gen“. (ms)

Scroll To Top