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Tumor-Risiko durch hohe Strahlenbelastung durch Röntgen beim Zahnarzt

Röntgenaufnahmen gehören bei Zahnarztbesuchen zur gängigen Praxis. Aufgrund von Karies, Wurzelbehandlungen, Zahnimplantaten – bei etlichen Patienten wird mehrmals im Jahr zur Abklärung des Befunds geröntgt. Die Ergebnisse einer aktuellen US-amerikanischen Studie verdeutlichen nun die Risiken des häufigen Röntgens beim Zahnarzt im Hinblick auf die Tumorgefahr: Röntgenaufnahmen sollten auf das absolut notwendige Minimum beschränkt werden.

Tumor-Risiko durch hohe Strahlenbelastung durch Röntgen beim Zahnarzt
Tumor-Risiko durch hohe Strahlenbelastung durch Röntgen beim Zahnarzt

Die Untersuchung von rund 3000 Studien-Teilnehmern zeigte, wie schädlich das häufige Röntgen der Zähne ist – die Risiken liegen weit höher, als bislang angenommen. Für Kinder unter 10 Jahren stellt die Strahlenbelastung eine enorme Gefährdung dar. Das Risiko, an einem gutartigen Hirntumor – dem Meningiom – zu erkranken, ist bei ein- bis mehrmals pro Jahr dental geröntgten Erwachsenen um das Dreifache erhöht. Kinder unter 10 Jahre haben ein fünffach erhöhtes Risiko, wenn ihre Zähne mehrmals im Jahr geröntgt werden.

Die im Fachmagazin „Cancer“ veröffentlichte Studie ist laut Autorin Elizabeth Claus von der Yale University die bislang die umfangreichste Studie zum Zusammenhang zwischen dentalen Röntgenaufnahmen und dem Risiko für ein Meningiom. Die Forscher bezogen in ihre Untersuchung 1433 Patienten mit einem Meningiom und 1350 gesunde Kontrollpersonen zwischen 20 und 79 Jahren ein. Drei gängige dentale Röntgenverfahren waren Gegenstand der Studie: Mundfilme, bei denen Patienten auf ein Stückchen Film beißen, seitliche Aufnahmen des Kiefers und Panorex-Aufnahmen, bei denen ein Panorama des kompletten Gebisses erstellt wird.

Die Panorex-Aufnahmen sind mit der höchsten Strahlenbelastung verbunden und sollten daher auf das Mindestmaß beschränkt werden. Sie erhöhen das Risiko für ein Meningiom am stärksten, gefolgt von den seitlichen Aufnahmen. Patienten, bei denen mehrmals im Jahr Mundfilm-Aufnahme gemacht wurde, erkrankten 1,4- bis 1,9-mal häufiger an einem Meningiom als selten oder nie geröntgte Personen. (ms)

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