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Immer mehr Kliniken in den roten Zahlen

Eine aktuelle Umfrage des Verbandes der Krankenhausdirektoren in Deutschland (VDK) brachte es an den Tag: Weit über 40 Prozent der deutschen Krankenhäuser haben das vergangene Jahr mit einem Verlust abgeschlossen. Zwar wurden in der Untersuchung ausschließlich die Allgemeinkrankenhäuser betrachtet, doch das Ergebnis ist erschreckend, sind doch vorrangig die kleineren Kliniken mit weniger als 250 Betten von wirtschaftlichen Schwierigkeiten bedroht.

Immer mehr Kliniken in den roten Zahlen

Immer mehr Kliniken in den roten Zahlen

Tatsächlich stehen diese Zahlen in einem deutlichen Widerspruch zu den jüngst geäußerten Behauptungen mancher Politiker und Verbandsvertreter, die immer wieder von einer soliden wirtschaftlichen Verfassung der Kliniken sprechen. So fallen in der Studie vor allem die kleineren Kliniken mit negativen Wirtschaftszahlen auf, doch gerade sie stellen die gesundheitliche Versorgung in der Fläche dar. Allerdings findet man finanziell angeschlagene Häuser nicht nur in den Kommunen, denn auch private und freigemeinnützige Krankenhäuser sind von wirtschaftlichen Engpässen bedroht. So schließt der VDK dann auch daraus, dass die Probleme auf einen Systemfehler zurückzuführen sind, nicht aber auf ein Missmanagement in den Kliniken.

Sollte sich die Prognose bewahrheiten, wird das Defizit noch weiter steigen. Die Ursache dürfte in einer falschen Einschätzung der finanziellen Lage der Krankenhäuser liegen, denn es scheint, als sollten bei der politischen Einschätzung ausschließlich die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für die stationäre Behandlung zugrunde gelegt worden sein, nicht aber die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben der Kliniken. Durch schrumpfende Einnahmen, allgemeine Kostensteigerungen und Tariferhöhungen werden sich die finanziellen Probleme der Kliniken zukünftig wohl noch deutlich verstärken. In den Griff zu bekommen sei die Situation der Krankenhäuser nach Ansicht des VDK nur, wenn sich die Politik ihrer Verantwortung für die flächendeckende medizinische Versorgung der Bevölkerung endlich bewusst würde und zukünftig verstärkt auf realistische Zahlen als auf Populismus abstellen würden.

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