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Marihuana als Heilmittel bei MS?

Eine Studie der Universität von Kalifornien in San Diego brachte kürzlich ein überraschendes Resultat: Der Genuss von Marihuana kann die Spastizität lindern, die für viele Patienten mit multipler Sklerose ein ständiger Begleiter ist. Sowohl das auch in Deutschland zugelassene Cannabis-Spray Sativex als auch das Rauchen von Marihuana haben in der Studie im Canadian Medical Association Journal zu entsprechend positiven Wirkungen geführt – ungeachtet dessen, dass das Rauchen von Marihuana verboten ist.

Marihuana als Heilmittel bei MS?

Marihuana als Heilmittel bei MS?

Die Studie an der Universität von Kalifornien umfasste 30 Teilnehmer, sie mussten sich vor dem Beginn der Untersuchung einem Drogentest unterziehen. Auch eine psychiatrische Erkrankung war vorab auszuschließen. Alle MS-Patienten litten dagegen unter einer verstärkten Spastizität, die häufig mit MS einher geht.

Im Rahmen der Studie mussten die Probanden zunächst drei Tage lang einen Joint oder eine Placebo-Zigarette rauchen. Nach einem Zeitraum von 11 Tagen wurde die Gruppe gewechselt, gemessen wurde die Veränderung in der modifizierten Ashworth-Skala (MAS). Tatsächlich konnte nach dem Rauchen des Joints eine Verbesserung der MAS festgestellt werden, die Placebo-Zigaretten zeigten keine Wirkung. Die Gehstrecke, die die Patienten jeweils zurücklegen konnten, hatte sich durch den Konsum der Droge nicht verändert.

Als Begleiterscheinungen war bei den Teilnehmern ein Gefühl der „Highness“ festzustellen, das sich teilweise mit Schwindelgefühlen und verstärkter Müdigkeit paarte. Auch ein Rückgang der kognitiven Leistungen war unter dem Einfluss der Droge als Nebenwirkung festzustellen.

Was bleibt, ist die grundsätzliche Frage, ob und in welchem Umfang Drogen und vor allem illegale Drogen in der Medizin eingesetzt werden dürfen. Denkt man an die Behandlung von Krebspatienten, dürfte sich hier mit der Verabreichung von starken Schmerzmitteln durchaus eine Grauzone ergeben, in der noch nicht alle juristischen Fragen geklärt sind. Umso offener dürfte die Antwort aus moralischer und ethischer Sicht sein, die auch bei einer nachgewiesenen medizinischen Wirksamkeit der verbotenen Drogen noch genügend Diskussionsbedarf bietet.

Kommentare

  1. Aus ethisch moralischer Sicht stellt sich vielmehr die Frage, warum der Konsum von Cannabis auch bei nicht kranken Menschen weiterhin strafrechtlich verfolgt werden sollte, schadet der Konsument doch nur sich selbst – und das in geringerem Maße als mit den als legal erklärten Genussmitteln. Ethisch und moralisch sehr fragwürdig hierfür Existenzen zu zerstören, Kinderschänder oder Mörder bekommen teilweise mildere Strafen als Konsumenten.

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