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Gestörte biologische Uhr fördert Übergewicht

Für unseren Körper scheint es offenbar eine biologische Uhr zu geben. Sie steuert zum Beispiel auch, wann der Hunger kommt. Ist sie gestört, dann fördert das Übergewicht.

Wenn die biologische Uhr falsch tickt. Foto: Dreamstime

Jeder kennt es: Die Hüften, der Bauch oder der Po werden runder. Doch immer mehr Menschen leiden heute nicht nur an kleinen Speckröllchen. Übergewicht und Adipositas sind zum großen Gesundheitsproblem geworden.

Warum aber ist das so? Forscher bringen Übergewicht nun aktuell mit der biologischen Uhr in Verbindung. Demnach ist unser Gehirn dafür  zuständig, das Hungergefühl zu kontrollieren. Wenn die biologische Uhr falsch geht, dann wirke sich das negativ darauf aus.

Bei den meisten Menschen meldet das Gehirn etwa zur selben Zeit: Hunger! Im Gehirn gibt es dafür eine eigene Schaltzentrale, die von einem Uhr-Gen gesteuert wird. Wenn der Zeitmesser aber gestört ist, dann gerät unser Rhythmus aus dem Gleichgewicht und die Nahrungsaufnahme gerät durcheinander.

Forscher der Garret FitzGerald von der Universität Pennsylvania haben den Zusammenhang zwischen biologischer Uhr und Übergewicht in einer aktuellen Studie unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind im Magazin Nature Medicine erschienen.

Nicht nur Übergewicht ist die Folge: Auch Stoffwechselstörungen kommen dadurch vor. Menschen, die nachts arbeiten, sind viel anfälliger für Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen. Patienten mit Schlafstörungen leiden ebenfalls schneller an Übergewicht.

Kommentare

  1. Kein Tag vergeht, an dem nicht eine neue sensationelle wissenschaftliche Entdeckung, eine neue Diät oder ein Wundermittel gegen Übergewicht auftaucht.
    Trotzdem – oder gerade deswegen – wird die Menschheit immer runder und kränker.
    Ich selber habe 1992-2002 eine Forschungsgruppe in der Ciba/Novartis mit dem Ziel, ein ‘Wundermittel‘ gegen Übergewicht und Fettleibigkeit zu finden. Die Voraussetzungen nach der sensationellen Entdeckung (publiziert in Nature: 382, 1996) eines neuen Mechanismus` zur Appetitregulation durch unsere Forschungsgruppe im Jahr 1996 waren hervorragend. Die Massenmedien, wie immer in solchen Fällen, berichteten tagelang darüber: „Antifettpille aus Basel“, titelte die Basler Zeitung.
    Um so frustrierender war es, feststellen zu müssen, dass die Natur schlauer ist, als wir dachten! Die hormonelle Regulation des Appetits und somit der Gewichtskontrolle ist derart komplex und gründlich abgestimmt, dass Medikamente, wenn überhaupt, nur kurzfristig wirken können. Ausserdem: Langfristig verursachen sie sehr oft nur schwerwiegende Nebenwirkungen. Dies gilt für alte und neue Entdeckungen.
    So stoppte Novartis im Jahr 2002 die gesamte Forschungstätigkeit auf diesem Gebiet. Diese Entscheidung zeigt deutlich genug, was man von der Behandlung der Adipositas (Fettleibigkeit) mit Medikamenten halten soll bzw. muss!
    Der Körper ist physiologisch gesehen primär eine thermodynamische, d.h. wärmeproduzierende Maschine. Gewichtsprobleme lassen sich daher NUR mit der Messung des persönlichen Grundumsatzes und des relativen Kalorienbedarfes und mit einer neutralen Aufklärung bzw. Beratung lösen.
    Besonders in den letzten Jahrzehnten hat die Wissenschaft mit Erfindungen, die sich sehr oft nicht bestätigen lassen, eine gigantische Verwirrung der Konsumenten geschafft! Grund: Sie lässt sich sehr oft durch Interessengruppen „leiten“ (Nahrungsmittel- Pharmaindustrie, usw.).
    Diese Konfusion wird weiterhin kontinuierlich durch die Wissenschaft selbst am Leben erhalten und durch die Medien, immer dankbar für neue Sensationen, entsprechend aufgeblasen!

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