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Gesundheitsministerium geht gegen GKV-Zinsen vor

Einen interessanten Ansatz schlägt Bundesgesundheitsminister Bahr für Krankenversicherte vor, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken: Damit aus einer vorübergehenden Notlage keine Überschuldung wird, sollen die Wucherzinsen der Krankenkassen bei Zahlungsrückständen abgeschafft werden. Denn wer seine Beiträge zur Krankenversicherung nicht zahlen kann, kassiert derzeit einen Säumniszuschlag in Höhe von 60 Prozent pro Jahr. Angesichts der weiter steigenden Außenstände der Krankenkassen hat die Bundesregierung vor wenigen Tagen beschlossen, die Zinsen zukünftig auf ein Prozent des ausstehenden Betrags pro Monat zu beschränken. Für privat Versicherte strebt man ebenfalls eine Entlastung an, hier ist ein Notlagentarif geplant. Im Vergleich zu bisher 60 Prozent sind gesetzlich Versicherte nun mit 12 Prozent Zinsen pro Jahr sicher deutlich besser beraten als bisher, und mit dem Gesetz wolle man eine soziale Überforderung der säumigen Zahler vermeiden, argumentiert das Ministerium.

Gesundheitsministerium geht gegen GKV-Zinsen vor

Gesundheitsministerium geht gegen GKV-Zinsen vor

Der Spitzenverband der GKV zeigt sich angesichts dieser Entscheidung erleichtert, denn sie rückt die gesetzliche Versicherungspflicht in ein gerades Licht. Schließlich sammeln private Haushalte, die ihre Beiträge nicht mehr zahlen können, Rückstände in erheblicher Höhe an, und werden diese auch noch verzinst, geraten viele Privatleute unverschuldet in die Überschuldung. Nicht umsonst hat die GKV derzeit Beitragsrückstände in Höhe von rund 2,2 Milliarden Euro zu verzeichnen, und auch in der PKV sind es immer noch 745 Millionen Euro. Der geplante Notlagentarif für die PKV-Versicherten soll rund 100 Euro pro Monat kosten und eine Versorgung bei akuten Schmerzen abdecken. Damit sollen insbesondere Selbständige finanziell entlastet werden. Noch vor der Sommerpause soll das Gesetz im Parlament abgesegnet werden.

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