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Ärzte machen auf Übertherapie durch Krebs-Früherkennung aufmerksam

Krebs: Früherkennung und ÜbertherapieMillionen Menschen erkranken weltweit an Krebs. Tausende sterben jedes Jahr alleine in Deutschland aufgrund einer Krebserkrankung. In Europa sind es 1,3 Millionen Todesfälle jährlich. Ärzte und Wissenschaftler warnen aber aktuell vor zusätzlichen und unnötigen Todesfällen durch Übertherapie.

Ein Team von Ärzten des US-National Cancer Institute schreibt in der der Fachzeitschrift „Jama“ über Übertherapie und deren Auswirkungen. Offenbar komme es dadurch weltweit zu unnötigen Untersuchungen, Operationen, Bestrahlungen oder Chemotherapien.

Im Fachmagazin fordern die Ärzte Laura Esserman, Ian Thompson und Brian Reid ein radikales Umdenken beim Thema Krebs: Alleine die Definition des Begriffs Krebs und deren begriffliche Verwendung sollte demnach genauer erfolgen. So fordern die Ärzte, dass der Begriff „Krebs“ nur noch bei Veränderungen verwendet werden, die unbehandelt sehr wahrscheinlich zum Tod führen. Krebs-Vorstufen und ungefährliche sowie gutartige Tumore hingegen sollten neu klassifiziert und beschrieben werden.

Vorsorgeuntersuchungen können zwar Leben retten, allerdings sprechen die Heilungschancen bei manchen Krebsarten nicht unbedingt dafür, zur Vorsorge zu gehen, Gerade bei Brustkrebs und Darmkrebs mache es Sinn. Allerdings werden offenbar bei Reihenuntersuchungen auch Veränderungen entdeckt, die niemals oder vielleicht erst nach vielen Jahren krank machen würden. Auch das Brustkrebsscreening führe zu vielen unnötigen Therapie: Von zehn Frauen, die einen verdächtigen Befund in der Mammografie haben, ist nur eine tatsächlich an Brustkrebs erkrankt, zeigen die Statistiken.

Bei Auffälligkeiten, die in Untersuchungen entdeckt werden, wollen Patienten natürlich Maßnahmen ergreifen. Dabei gehen sie oft unnötige Risiken ein. Vorsorgeuntersuchen wiegen dabei Patienten oft in Sicherheit, dass man frei von Krebsgeschwüren sei. Doch dies ist Experten zufolge eine trügerische Sicherheit. Denn schon Monate nach der Vorsorgeuntersuchung könnten theoretisch Zellen entarten und dadurch zu Krebs führen.

Zuletzt gab es dabei gute Nachrichten von deutschen Forscher, die einen neuen Therapieansatz bei Krebs gefunden haben. Einem Forscherteam in Tübingen konnten erstamalig zeigen, dass Immunantworten Krebszellen in einen Dauerschlaf versetzen können. Dieser Dauerschlaf führt zu einem permanenten Wachstumsstillstand, wie Forscher der Hautklinik des Universitätsklinikums Tübingen festgellt haben.

 

 

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