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So viele Krankmeldungen wie zuletzt vor 15 Jahren

Seit 15 Jahren haben sich nicht mehr so viele Menschen in Deutschland krank gemeldet. Demnach haben die Fehlzeiten im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Gerde in der öffentlichen Verwaltung gibt es viele Fehlzeiten.

So viele Krankmeldungen wie zuletzt vor 15 Jahren. Foto: TK/Flickr

Fehltage stigen 2011 deutlich an: Zuletzt hat sich die Deutschen vor 15 Jahren so oft krank gemeldet. Herbert Rebscher, Chef der DAK-Gesundheit, warnt allerdings gleichzeitig davor, diese Steigerung der Fehltage falsch zu interpretieren. „Bei der Entwicklung des Krankenstandes zeigen sich über alle Branchen hinweg bereits die ersten Anzeichen des demografischen Wandels“, kommentiert das Ergebnis des DAK-Gesundheitsreports. „Die Belegschaften sind schon heute durchschnittlich älter als vor zehn Jahren. Ältere Mitarbeiter sind seltener krank als Jüngere, dafür aber deutlich länger“.

Rebscher geht dabei davon aus, dass aufgrund der Demografie die Anzahl der Krankentage auch in den nächsten Jahren beschleunigt steigen wird, wenn Unternehmen nicht durch Prävention gegensteuern. Gerade psychische Erkrankungen nehmen immer weiter zu: Im vergangenen Jahr stieg ihr Anteil von 12,1 auf 13,4 Prozent am Gesamtkrankenstand. Damit hat sich in den zurückliegenden 15 Jahren der Anteil dieser Krankheitsgruppe am Krankenstand mehr als verdoppelt.

Depressionen machen heute knapp ein Siebtel des gesamten Krankenstandes aus. „Die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung bei psychischen Leiden liegt bei rund 30 Tagen. Das Betriebsklima, die Führungskultur und familiengerechte Arbeitsplätze sind betriebswirtschaftlich gesehen weiche Faktoren, können aber helfen, psychische Erkrankungen zu vermeiden. Ein Monat Arbeitsausfall ist ein betriebswirtschaftliches Risiko, so dass es sich lohnt, auch hier zu investieren“, so Rebscher. Ein DAK-Versicherter war 2011 durchschnittlich 13,2 Kalendertage krankgeschrieben. Die gute Nachricht: Mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Versicherten (52,2 Prozent) meldete sich 2011 gar nicht krank.

Kommentare

  1. Wow, die Zahlen sprechen für sich. Aber wenn man einen Blick in die Unternehmen wirft, wundert es einen nicht, dass so viele psychische Erkrankungen auftreten. Ellenbogen-Mentalität und die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, sind nur zwei Faktoren, die da belastend wirken.

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