Home / Gesundheitspolitik / Medikationsfehler: Elektronische Rezepte sind fehleranfällig

Medikationsfehler: Elektronische Rezepte sind fehleranfällig

Das so genannte Elektronische Rezept ist doch nicht so sicher wie ursprünglich gedacht. Eigentlich sollte das Elektronische Rezept dazu dienen, dass Arzneimittelverordnungen sicherer werden. Einer Studie zufolge ist die Fehleranfälligkeit bei dieser Rezeptform jedoch ebenso hoch wie bei Rezepten, die handschriftlich erteilt werden.

Elektronisches Rezept bietet keine Sicherheit für Patienten

Elektronisches Rezept bietet keine Sicherheit für Patienten (Bild: flickr)

Sinn der E-Rezepte ist das Reduzieren von Medikationsfehlern. Wie nun amerikanische Forscher aus Boston herausfanden, sind sie jedoch keineswegs perfekt. Für die Studie wurden 3850 computergenerierte Verordnungen von niedergelassenen amerikanischen Ärzten analysiert. Eingegangen waren die Rezepte in Geschäftsapotheken von drei unterschiedlichen Bundesstaaten der USA. Die Untersuchung der Forscher gelangte zu dem Resultat, dass 11,7 Prozent der Rezepte Fehler aufwiesen. Schlimmer noch: bei einem Drittel der Patienten hätten diese Fehler sogar gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben können. Die Fehlerquote der E-Rezepte ist damit ebenso hoch wie bei herkömmlich ausgestellten Verordnungen. Bei 42 Prozent der Rezepte, die Fehler aufwiesen, bestand die Gefahr eines ernsthaften Fehlers. Zu lebensgefährlichen Folgen hätte jedoch keiner dieser Fehler geführt.

Auffällig ist, dass in den unterschiedlichen EDV-Systemen erhebliche Differenzen bei der Fehleranfälligkeit bestehen. So liegt die Fehlerquote bei den 13 verschiedenen Systemen der elektronischen Datenverarbeitung zwischen 5,1 Prozent und 37,5 Prozent. Das am häufigsten auftretende Problem bei den elektronischen Rezepten sind unvollständige Informationen. Diese machen rund 60 Prozent aller Fehler aus. Nach Ansicht der Betreiber der Studie, muss dieser Fehler jedoch nicht sein. So sollte man die Systeme derart gestalten, dass ein Rezept erst nach dem Ausfüllen von bestimmten Feldern als fertig eingestuft wird. Darüber hinaus schlagen die Wissenschaftler vor, eine Funktion einzuführen, mit der ein verordnetes Arzneimittel auf eine verschreibbare Maximaldosis sowie unvollständige Namen von Medikamenten überprüft wird.

In der Studie „Errors associated with outpatient computerized prescribing systems“ wurden  3850 computergenerierte Rezepte niedergelassener Ärzte analysiert.

Scroll To Top