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Zwei Millionen Deutsche reagieren allergisch auf Äpfel

„An apple a day keeps the doctor away” – diese bekannte englische Redewendung scheint nicht mehr ganz zu stimmen. Denn im Gegenteil: Aktuellen Forschungen zufolge können Äpfel krankmachen. Insbesondere neue Züchtungen sind problematisch. Etwa zwei Millionen Menschen reagieren allergisch auf neuere Apfelsorten.

Zwei Millionen Deutsche reagieren allergisch auf Äpfel

Wie der Deutsche Allergie- und Asthmabund berichtet, werden aus modernen Apfelsorten Proteine und Polyphenole herausgezüchtet. Diese Stoffe sind für die Braunfärbung der Äpfel nach dem Anschneiden verantwortlich und somit bei neuen Züchtungen nicht erwünscht. Anscheinend inaktivieren Polyphenole aber auch das Apfelallergen. So ist zu erklären, dass alte Sorten wie Goldparmäne, Hammerstein, Berlepsch, Gravensteiner, Jamba und Boskoop gut verträglich sind und selten Allergien auslösen.

Christine Behr-Völtzer, Professorin und Ernährungswissenschaftlerin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg, empfiehlt zudem Allergikern den Verzehr verarbeiteter Äpfel. Beim Erhitzen oder Reiben eines Apfels wird das empfindliche allergieauslösende Protein Mal d 1 zerstört.

Neben den für Allergiker problematischen Neuzüchtungen wie Granny Smith oder Jonagold gibt es jedoch auch Ausnahmen, zu denen die Apfelsorte Santana zählt – ein Produkt, das sich nur zufällig als besonders gut verträglich für Allergiker erwies. Der Santana-Apfel entstand aus einer Kreuzung der Sorten Priscilla und Braeburn, durch die eine gegen Apfelschorf resistente Sorte entstehen sollte. Darüber hinaus enthält der Santana-Apfel offenbar extrem wenig allergieauslösende Eiweiße.

Hilfestellungen zur Ermittlung bekömmlicher Apfelsorten hält der BUND Lemgo auf seiner Homepage bereit, auf der sich Apfelallergiker über Sorten informieren können. Es ist jedoch auch möglich, die Allergie dauerhaft durch eine Hyposensibilisierungstherapie in den Griff zu bekommen. Im Allergiezentrum der Berliner Charité werden gute Erfolge von bis zu 70 Prozent bei der Kombination einer sublingualen Immuntherapie und der Einnahme von Tropfen aus Birkenpollenextrakt erzielt.

(ms)

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