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Wieviel Vitamin D braucht der Mensch?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung will die Empfehlungswerte für die Tagesdosis Vitam D erhöhen. Studien legen Nahe, dass dieses Vitamin wichtig für die Gesundheit ist. Allerdings herrscht in der Fachwelt Uneinigkeit darüber, wie hoch die Referenzwerte sein sollen.

Wieviel Vitamin D braucht der Mensch?
Wieviel Vitamin D braucht der Mensch?

Vitam D schützt vor Knochenbrüchen, Krebs, Diabetes, Multipler Sklerose und Depressionen. Immer wieder zeigen Studien, wie wichtig das Vitamin für den menschlichen Körper ist. Vitamin D rückt zunehmend auch in den Fokus der Herzkreislaufforschung.  Doch insgesamt 82 Prozent der Männer und 91 Prozent der Frauen erreichen die empfohlene tägliche Zufuhr von Vitamin D nicht. So heißt es in der Nationalen Verzehrsstudie II des Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel aus dem Jahr 2008. Untersuchungen zeigen offenbar, dass mehr als die Hälfte der Bundesbürger zumindest im Winter einen zu niedrigen Spiegel des Vitamins im Blut hat. Denn Vitamin D wird vom Körper selbst gebildet – über die Sonneneinstrahlung auf die Haut.

Aufgrund der Datenlage hat sich die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) dazu entschlossen, ihre Referenzwerte für die empfohlene tägliche Zufuhr an Vitamin D zu überarbeiten. Fünf Mikrogramm oder 200 Internationale Einheiten (IE) pro Tag – das war bislang die empfohlene Menge. Wie Michael Amling, der Direktor des Instituts für Osteologie und Biomechanik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, von Zeit online zitiert wird, sei die Menge aber »jenseits von Gut und Böse«. Demnach sollten Erwachsene die zehnfache Tagesdosis bekommen. »Es wird nach oben gehen«, sagt Jakob Linseisen vom Institut für Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum München. Er hat für die DGE mit seiner Arbeitsgruppe in den vergangenen Monaten die Datenlage zur präventiven Rolle von Vitamin D bei chronischen Erkrankungen ausgewertet.

Wie Experten festellen, nehmen die meisten viel zu wenig Vitamin D über die Nahrung auf. Allerdings enthalten nur wenige Lebensmittel eine Vorstufe dieses Vitamins. Deshalb ist der Körper eigentlich auf die Sonne angewiesen: Durch sie wird das Vitamin in der Haut produziert. Vitamin D gilt dabei vielmehr als Hormon-Vorstufe, denn: Der eigentliche Wirkstoff, in den es sich im Körper erst verwandeln muss, entspricht einem Hormon. Offenbar reicht in Nordeuropa die UV-B-Strahlung im Winter nicht aus, um einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel im Blut zu garantieren.

Das Institute of Medicine (IOM) setzte bereits 2010 neue Refernzwerte fest. Die empfohlene Tagesdosis beträgt jetzt 600 IE und damit das Dreifache dessen, was die DGE bisher rät. Allerding gab es heftige Kritik für das IOM, dass dieser Wert Experten zufolge immer noch zu niedrig sei. Allerdings verteidigen Fachleute ihre Entscheidung damit, dass zwar immer mehr Studien einen weitreichenden Einfluss des Vitamins auf die Gesundheit Nahe legen. Allerding bemängeln sie auch die Qualität der Untersuchungen. Weitere Studie müssten den Zusammenhang zischen Vitamin-D-Mangel und Krankheiten wie Mulitple Sklerose klären.

Noch im Dezember soll die DGE die neuen Referenzwerte für Vitam D veröffentlichen. Fünf Mikrogramm oder 200 Internationale Einheiten (IE) pro Tag – das war bislang die empfohlene Menge.

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