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Rotwein ist gesund – oder doch nicht?

Rotwein soll durchaus gesund sein, diese Erkenntnis hat den mythischen Status längst überwunden. Es ist keineswegs ein Vorwand für Weintrinker, dass dem roten Rebensaft – so er zu besten Weinen geführt wurde – ausgezeichnete Wirkungen auf Herz, Kreislauf und sogar die Krebsvorsorge (in Grenzen!) zugeschrieben werden. Dennoch will so etwas immer wieder bewiesen, mit wirklich schönen Fakten untermauert werden, und da hat es ein Wissenschaftler wohl offenbar zu gut gemeint. Die Universität Connecticut betreibt im Januar 2012 ein Entlassungsverfahren gegen Dipak Das, einen ihrer führenden Forscher. Dieser brach eine Lanze nicht nur für Rotwein, sondern für diverse Alkoholika – allerdings mit unsauberen Methoden. Warum nur?

Rotwein ist gesund - oder doch nicht?

Rotwein ist gesund - oder doch nicht?

Rattenversuche mit Bier

Dipak Das war bislang Leiter eines kardiovaskulären Forschungszentrums an der Universität Connecticut, er forschte also auch über Herzkrankheiten. In dieser Forschungsrichtung wird das Polyphenol Resveratrol schon länger beobachtet, das ist der Stoff, der zum volkstümlichen Wissen über den gesunden Rotwein geführt hat. Es ist ein Antioxidans, das bedeutet, es fängt Radikale ein und vermindert damit oxidativen Stress, der zu Krankheiten und auch Alterungsprozessen führt. Herzerkrankungen, Krebs, zumindest aber Arteriosklerose sollen damit unterbunden werden. Dipak Das forschte eifrig über Resveratrol, und er publizierte viel.

Nach seinen Ermittlungen ist es nicht nur Rotwein, der uns gesund erhält, oh nein. Auch Weißwein und sogar Bier bekamen seinen Forschungsratten ausgezeichnet, ihre Herzen wurden angeblich immer gesünder. Wie der „New Scientist“ jetzt berichtet, traute mindestens ein Kollege der Sache doch nicht über den Weg, er gab der Universität einen anonymen Hinweis. Diese leitete daraufhin eine dreijährige Untersuchung ein und überführte ihren einstigen Forschungschef der Datenfälschung in mindestens 145 Fällen. Diese sind komplex angelegt, der Bericht umfasst 60.000 Seiten. Dipak Das manipulierte Bilder und Datenreihen, zudem fälschte er Statistiken. Sein Labor bekommt nun keine Forschungsgelder mehr, er selbst soll entlassen werden. Was ist in den Mann gefahren?

Wissenschaftsfälschungen und Rotwein

Solche Vorfälle geschehen immer wieder, und nicht immer sind es egomanische oder gar finanzielle Motive, die Forscher in die illegale Sackgasse führen. Manchmal haben sie sich einfach verrannt und können sich den Irrtum nicht eingestehen – es stecken Jahre intensiver Arbeit dahinter, die eben auf falschen Hypothesen fußten. Ob verzeihlich oder nicht, durchgehen lassen kann die Wissenschaft das nicht. Zum Trost sei jedoch angemerkt, dass Rotwein, wenn er wirklich gut ist, auch wirklich gesund sein kann – wenn es bei maximal einem Gläschen täglich bleibt.

Kommentare

  1. Also, ich denke dass Rotwein schon eine gesunde Wirkung haben.
    Mehr dazu unter:
    rotwein-weisswein.at/rotwein-ist-gesund-und-rotwein-hilft-den-astronauten.html

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