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Apotheker warnen vor falschen Gebrauch von Antibiotika

Es ist die Zeit von Erkältungen und bakteriellen Infektionen. Und es ist die Zeit, in der oft Antibiotika gegen die kleinen bakteriellen Quälgeister eingesetzt werden. Die Bundesvereinigung Deutscher Apotheker warnt daher aktuell davor, Antibiotika falsch einzunehmen.

Apotheker warnen vor falschen Gebrauch von Antibiotika

Antibiotika: Durch seine Entdeckung konnten Millionen von Menschenleben gerettet werden. Doch die Krankheitserreger entwickeln ständig neue Abwehrstrategien. Patienten sollten Antibiotika daher immer wie vom Arzt vorgesehen einnehmen. Der falsche Gebrauch von Antibiotika kann die Entstehung von Resistenzen begünstigen. Dadurch kann die Wirksamkeit bei Infektionserregern verloren gehen. „Wie lange ein Antibiotikum eingenommen werden muss, hängt vom Wirkstoff und der zu behandelnden Erkrankung ab. Eine Kontrolle durch den Arzt empfehle ich Patienten, die nach zwei bis drei Tagen Antibiotika-Einnahme noch keine Besserung bemerken,“ sagt Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer.

Antibiotika richtig einnehmen

Die Wirkung von Antibiotika bessert eine bakterielle Infektion oft schon nach wenigen Tagen. Deshalb haben einige Patienten den Eindruck, sie bräuchten das Antibiotikum nicht in der vorgesehenen Dosis oder bis zum Ende des ärztlich angeordneten Therapiezeitraums einzunehmen. Jede überflüssige Einnahme von Antibiotika, zum Beispiel bei durch Viren bedingten grippalen Infekten, begünstigt die Entwicklung von Resistenzen. Fink: „Antibiotika wirken nur gegen Bakterien und gehören in die Hand des Arztes – das ist in Deutschland aus gutem Grund so geregelt.

Antibiotika-Resistenz als Gefahr

Antibiotika sind in einigen anderen Ländern aber nicht rezeptpflichtig. Wer sich aus dem Urlaub Antibiotika mitbringt, um sie bei einer vermuteten bakteriellen Infektion ohne ärztliche Verordnung einzunehmen, fördert die Entwicklung von Resistenzen. Das ist unverantwortlich – gegenüber sich selbst und seinen Mitmenschen.“ Die Entwicklung von Resistenzen ist ein weltweites Problem. Inzwischen müssen immer häufiger Reserveantibiotika eingesetzt werden, weil Standardsubstanzen nicht mehr ausreichend wirken.

Seit der Entdeckung des Penicillins im Jahr 1928 sind Antibiotika zu einem wichtigen Mittel zur Behandlung von Infektionskrankheiten geworden. Inzwischen jedoch sind diese Medikamente durch die Zunahme von Antibiotikaresistenzen nicht mehr verlässlich effektiv. Es gibt laut Robert Koch-Institut zahlreiche Hinweise, dass auch in Deutschland die Problematik der Antibiotikaresistenz zunimmt.

Antibiotika-Nebenwirkungen nicht unterschätzen

Beim Einsatz von Antibiotika besteht nicht nur die Gefahr von Resistenzen, da sie sehr schnell und oft verschrieben werden – selbst bei viralen Infektionen. Auch die Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen. Abhängig von der Art des Antibiotikums gehören dazu Durchfall und Blähungen, Pilzinfektionen, Hautveränderungen und allergische Reaktionen. Aber auch Krämpfe sowie Nieren- und Leber-Probleme werden als Antibiotika-Nebenwirkungen genannt. Vom Organversagen bis hin zu Halluzinationen und Lichtempfindlichkeit sind bereits als Nebenwirkungen bei Patienten aufgetreten. Bei Kindern können Antibiotika das Wachstum von Knochen und Zähnen stören.

2 Kommentare

  1. Krankenschwester

    Das Probelm ist doch, das Patienten heute bei jedem Sch*** gleich Antibiotika verschieben bekommen. Da braucht man sich nicht wundern, wenn immer mehr Keime Resistenzen ausbilden.

  2. So braucht sich der behandelnde Arzt erst mal die wenigste Mühe machen. Einmal mit Antibiotika reinknübbeln, wird schon helfen. Schnell raus mit dem Patienten und den nächsten durchschleusen. Kostenfaktor Patient.

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