Home / Forschung / Was im Hirn bei Übergewicht passiert

Was im Hirn bei Übergewicht passiert

Übergewicht macht sich auf der Waage bemerkbar. Doch Forscher haben jetzt entdeckt, dass Übergewichtige wohl auch anders ticken. Denn es verändert auch die Gehirnfunktionen.

Was im Hirn bei Übergewicht passiert

Die Häufigkeit von Fettleibigkeit und Übergewicht hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Dabei ist diese Entwicklung bedenklich, da Übergewicht etliche chronische Krankheiten begünstigen kann. Jetzt haben Forscher vom Kompetenznetz Adipositas entdeckt, dass sich die Hirnströme von übergewichtigen Menschen deutlich von denen mit Normalgewicht unterscheiden. Damit müsse man sich in Zukunft mehr beschäftigen, wenn man die Krankheit Adipositas (Fettleibigkeit) verstehen möchte, sagen die Forscher. Zumal auch bekannt ist, dass Bauchorgane sehr viel mit dem Gehirn kommunizieren und Hunger sowie Sättigung über das zentrale Nervensystem reguliert werden.

Neue Ansätze für eine Adipositas-Therapie

Das Team von Forschern unter Leitung von Experten der Universität Tübingen wurde darauf aufmerksam, dass die Hirnströme sowohl bei dicken und dünnen Menschen als auch bei Frauen und Männern unterschiedlich sind. Männer können demnach den Hunger besser kontrollieren sowie unterdrücken,  wenn ihnen Speisen vorgesetzt werden. „Die Erforschung von Prozessen im Gehirn übergewichtiger Personen wurde in der Vergangenheit stark vernachlässigt“, erklärt der beteiligte Forscher Dr. Hubert Preissl. „Die Gewichtsregulation erfolgt nicht nur rein über den Stoffwechsel, das Essverhalten wird auch durch das Genuss- und Belohnungssystem im Gehirn maßgeblich beeinflusst.“

Zudem konnte in einem weiteren Experiment mit knapp 70 Patienten gezeigt werden, dass adipöse Personen bei einem vergleichenden Gedächtnistest langsamer auf Reize reagierten und eine erhöhte Fehlerzahl aufwiesen als normalgewichtige Versuchspersonen. In enger Zusammenarbeit mit den Hormonforschern im Verbund NEURO- TARGET konnte auch gezeigt werden, dass das Hormon Insulin, das dem Körper signalisiert, wie viel Nahrung aufgenommen wurde, bei übergewichtigen Menschen eine reduzierte Wirkung im Gehirn entfaltet.  Die veränderte Gehirnaktivität von stark Übergewichtigen könnte demnach erklären, warum übergewichtige Personen Probleme haben, ihre Nahrungsaufnahme hinreichend zu kontrollieren. Die Erkenntnisse der Tübinger Forschergruppe im Kompetenznetz Adipositas können Hinweise darauf geben, wie Verhaltenstherapien effektiv gestaltet werden können.

 

 

2 Kommentare

  1. Abnehmen beginnt im Kopf. Das wird bei diesen Studien umso deutlicher. Und vielleicht bietet sich so die Möglichkeit, den betroffenen Menschen, die Willens sind, die Fettleibigkeit loszuwerden, besser helfen zu können!

  2. Grundsätzlich muss man natürlich zwischen ein paar Pfunden zuviel, Übergewicht und Fettleibigkeit unterscheiden, aber Beate hat schon ganz Recht, wenn der Kopf nicht mitspielt, dann ist jede Diät oder Therapie zum Scheitern verurteilt. Mein Mann brachte mehr als 150kg auf die Wage und hat innerhalb von 2 Jahren mehr als 50kg abgenommen. Er meinte, er will nie mehr eine dreistellige Zahl auf der Waage sehen.

Scroll To Top