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Studie: Schlafbedarf liegt in den Genen

Wie viel Schlaf ein Mensch braucht, das ist aktuellen Untersuchungen zufolge genetisch veranlagt. Menschen mit einer bestimmten Genvariante müssen demnach länger schlafen, um fit für den Tag zu sein. Das berichtet das Magazin «Apotheken-Umschau».

Schlafbedarf liegt in den Genen

Schlafbedarf liegt in den Genen. Foto: Dreamstime

Oft ist es zum neidisch werden: Der Arbeitskollege schläft oft nur fünf Stunden, scheint aber wacher und vitaler zu sein. Während für andere Zeit fünf Stunden Schlaf reichen, müssen manche mindestens acht Stunden täglich schlafen. Bisher haben Forscher bereits zwei Schlaftypen unterschieden: Kurz- und Langschläfer. Dem Kurzschläfer reichen offenbar drei bis fünf Stunden Schlaf pro Nacht. Der Langschläfer hingegen benötigt neun, zehn oder elf Stunden, um richtig ausgeschlafen zu sein.

Schlafbedarf ist genetisch veranlagt

Die Forscher Till Roenneberg und Karla Allebrandt von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München haben 4000 Menschen von Estland bis Italien untersucht. Vier Prozent der Europäer haben von  ihren beiden Eltern die Langschlafvariante geerbt. Durchschnittlich schlafen sie durch ihre genetische Veranlagung täglich 24 Minuten länger. Sie schlafen dabei auch länger, als Personen, die diese Genvariante von nur einem Elternteil geerbt haben.

Das dafür verantwortliche Gen trägt den Namen ABCC9-Gen. Die Studie wurde jetzt im Journal «Molecular Psychiatry online» veröffentlicht.

Winterschläfer

Der Schlafbedarf ist den Forschern zufolge aber auch vom Alter abhängig. Wissenschaftler entdeckten dabei kürzlich auch: Im Winter schlafen Menschen meist länger. «Es ist nicht ungesund, wenn wir im Winter der inneren Uhr nachkommen und etwas länger schlafen», sagt der Schlafmediziner Hans-Günter Weeß vom Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie in Klingenmünster. Dem Experten zufolge passt sich der Mensch durchaus den Jahreszeiten an. Es gibt offenbar einen Hell-Dunkel-Rhythmus, der den menschlichen Organismus beeinflusst. Der Grund dafür: Die Hormonproduktion verändert sich.

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