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Keine Kostenerstattung für rezeptfreie Cremes bei Neurodermitis

4, 5 Millionen Menschen sind in Deutschland von Neurodermitis betroffen. Die Erkrankung ist ein schwerer Leidensdruck für die Betroffenen. Ölbäder, Cremes und Lotionen können dabei helfen. Doch das Bundessozialgericht hat jetzt entschieden, dass solche rezeptfreien Cremes selbst bezahlt werden müssen.

Keine Kostenerstattung für rezeptfreie Cremes bei Neurodermitis

Keine Kostenerstattung für rezeptfreie Cremes bei Neurodermitis. Foto: flickr/CCsunshinecity

Das Bundessozialgericht wies die Revision einer Frau zurück, die an einer schweren Neurodermitis erkrankt ist. Die Krankenversicherung habe es zu Recht abgelehnt, die Kosten für Fettsalben oder Ölbäder wie „Linola“ oder „Balneum Hermal F“ zu übernehmen, teilte das Gericht am Dienstag in Kassel mit. Denn rezeptfreie Arzneimittel werden  nicht von den Kassen bezahlt. Die Fraue hat vor Gericht dabei argumentiert, dass Neurodermitiker als Basistherapie cremen müssten und dass die salben für sie notwendig seien.

Neurodermitis-Therapie: Cremes selber bezahlen

Das Gericht entschied aber, dass die Betroffene weder nach der Satzung der Krankenkasse noch nach dem Gesetz einen Leistungsanspruch habe. Hinzu komme auch, dass etwa „Linola“ nicht auf Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit geprüft ist. Auf die Frau kommen jetzt hohe Kosten von mehreren zehntausend Euro zu, da die Kasse die Arzneien bislang vorläufig bezahlt hat. Im Monat waren es 500 Euro, die für Cremes, Salben und Bäder ausgegeben wurden.

Dabei gilt unter Experten eine tägliche Hautpflege mit rückfettenden Ölbädern, Cremes und Lotionen als gute Therapie gegen die trockene Haut. Sie können demnach helfen, neuen Krankheitsschüben vorzubeugen. Trotzdem zahlen die Kassen nur rezeptpflichtige Salben.

Hintergrund: Neurodermitis-Symptome

Neurodermitis ist eine chronische Entzündung der Haut. Juckreiz, Hautrötungen und Ekzeme. Das Ekzem kann am gesamten Körper auftreten. Doch gerade Armbeugen und Kniekehlen sind besonders betroffen. Die Haut ist dann sehr trocken, fleckig, rötlich und verdickt. Es kommt dann sehr leicht zu schmerzhaften Entzündungen der Hautstellen, die durch Bakterien verursacht werden.

Die Ursachen der Neurodermitis sind noch nicht vollständig geklärt. Allergische Reaktionen und eine Störung des Immunsystems spielen aber offenbar eine Rolle. Neben genetischen können wahrscheinlich auch psychische Faktoren und Umwelteinflüsse dazu führen, dass die Haut trocken wird, schuppt und sich schließlich entzündet. Wissenschafler haben erst kürzlich drei Risikogene für Neurodermitis entdeckt.

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