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Forscher warnen vor vorschnellen ADHS-Diagnose

ADHS gerät immer mehr in die Kritik: Medizinjournalisten und Ärzte sehen darin ausgeklügelte Marketingstrategen der Pharmalobby am Werk, die ADHS sogar nur erfunden haben. In Deutschland gehen Experten davon aus, dass ein Großteil der ADHS-Diagnosen falsch sind. Eine aktuelle Studie bestätigt diesen Verdacht nun.

Forscher warnen vor vorschnellen ADHS-Diagnose

Forscher warnen vor vorschnellen ADHS-Diagnose

In Deutschland nehmen schätzungsweise eine Viertel Million Kinder Medikamente gegen ADHS ein. Meist ist das Ritalin. Denn jeder zehnte Junge leidet an ADHS, dem Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom. Die Menge an Verschreibungen hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Von 34 Kilo im Jahr 1993 auf fast 1,8 Tonnen im Jahr 2010. Demnach scheinen immer mehr Kinder, darunter vor allem Jungen, an der Krankheit ADHS zu leiden. Deutsche Experten äußerten vor Wochen den Verdacht, dass der Großteil der ADHS-Diagnosen falsch seien.

Unreifes Verhalten statt ADHS

Eine aktuelle Studie mit fast einer Million Grundschulkindern haben Forscher aber nun offenbar entdeckt, dass unreifes Verhalten zu vorschnell als ADHS gewertet wird. Den Forschern zufolge wird das normale Verhalten von Kindern immer häufiger mit Medikamenten behandelt. Das schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin „Canadian Medical Association Journal„. Die Studie umfasste dabei eine Zeitspanne von 11 Jahren.

Bei früher eingeschulten Kindern wird eine Aufmerksamkeitsstörung ADHS besonders oft diagnostiziert und mit Medikamenten behandelt. Ihr unreiferes Verhalten im Vergleich zu den Klassenkameraden wird den Forschern zufolge vielfach fälschlicherweise als ADHS-Erkrankung interpretiert.

AHDS: Nebenwirkungen gefährden die Gesundheit

Zudem warnten die Forscher vor einer vorschnellen Diagnose. Medikamte wie Ritalin könnten nämlich zu Gesundheitschäden führen. Ritalin wird vielfach bei der Therapie von ADHS eingesetzt. Schlaf- und Wachstumsstörungen gehören beispielsweise zu den Nebenwirkungen. Außerdem steige das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen. Zudem erhöht das AHDS-Medikament Ritalin den Blutdruck.

2 Kommentare

  1. Nicht jeder Junge, der gern mal über die Stränge schlägt oder einfach aus dem Raster fällt, muss gleich ADHS haben. Und in vielen Fällen lassen Geduld und eine gute Erziehung Medikamente überflüssig werden.

  2. Schon 2005 wurde in einem internationalen und nationalen Konsensusreport die Bedeutung von ADHS herausgestellt. Die Diagnostik ist in Deutschland auf hohem Niveau und natürlich wird die altersspezifische Entwicklung des Kindes berücksichtigt. Im Gegensatz zu den Presseverlautbarungen dürfen auch nur Experten für Verhaltensstörungen Ritalin rezeptieren. Es werden also eher Vorurteile gepflegt und Meinungen von Leuten verbreitet, die überhaupt nicht an der ADHS-Versorgung teilhaben. Die Realität sieht anders aus !

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