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70 Prozent der Serviettenhalter in Zahnarztpraxen keimbelastet

Wenn erwachsene Menschen sich freiwillig ein Lätzchen umhängen lassen, sitzen sie meistens auf dem Behandlungsstuhl in einer Zahnarztpraxis. Eine freundliche Arzthelferin befestigt vor der Untersuchung eine Papierserviette mittels zweier durch eine Kette verbundene Halterungen. Diese Konstruktion soll die Kleidung der Patienten vor eventuellen Verunreinigungen schützen. Doch wie eine aktuelle Studie nun nachweist, sind genau diese Ketten und Halterungen hochgradig keimbelastet und stellen eine gravierende Hygiene-Falle dar.

70 Prozent der Serviettenhalter in Zahnarztpraxen keimbelastet

70 Prozent der Serviettenhalter in Zahnarztpraxen keimbelastet. Foto: flickr/CC Techniker Krankenkasse

Kein Zahnarztbesuch ohne die Ausstattung mit dem obligatorischen Schlabberlatz. Die Halterungen aus Kunststoff oder Metall, mit der die Papiertücher in der Halsregion der Patienten befestigt werden, nennen sich höchst offiziell „Patienten-Serviettenhalter“. Eine Studie der Universität Witten/Herdecke beschäftigte sich eingehend mit Art und Anzahl der Keime auf solchen Serviettenhaltern. Das Ergebnis steht nun fest: Rund 70 Prozent der untersuchten Halter waren mit Keimen verunreinigt.

Einheitliche Hygiene-Richtlinien für die Serviettenhalter gibt es nicht – die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts lassen unterschiedliche Interpretationen zu. Es erwies sich jedoch als nahezu unerheblich, auf welche Weise die Halter zuvor gereinigt worden waren. Selbst nach einer gründlichen Desinfektion konnten noch Staphylokokken und Streptokokken nachgewiesen werden. Pathogene Keime wurden allerdings nicht gefunden. Dennoch besteht grundsätzlich die Gefahr einer Kreuzkontamination durch direkte oder indirekte Übertragungswege.

Da im Rahmen der Studie lediglich 30 benutzte Patienten-Serviettenhalter mikrobiologisch untersucht wurden, geht Studienleiter Prof. Dr. Stefan Zimmer davon aus, dass bei einer größer und breiter angelegten Untersuchung auch der Nachweis von pathogenen Mikroorganismen wahrscheinlich ist. Im Hinblick auf die Infektionsprävention sollten mögliche Gefahren, die von keimbelasteten Patienten-Serviettenhaltern ausgehen, durchaus ernst genommen werden. Zu entscheiden ist insbesondere über die Hygiene-Richtlinien für die Halter, die bislang nicht eindeutig als Medizinprodukte klassifiziert sind.

Dass in den Zahnarztpraxen des Landes aber mehr im Argen liegt als nur schlechte Hygiene, das zeigt das Buch „Zahnarztlügen“ der Autoren Dorothea Brandt und Lars Hendrickson. Demnach gibt es eine Möglichkeit, die Krankheit Karies zu heilen – ohne Zahnarzt. Der Zahnmedizin wirft der Experte Hendrickson dabei grobe Behandlungsfehler bis hin zur Flickschusterei vor. Die Ursache der Erkrankung Karies werde demnach nicht behoben.  Daher sei die Zahnmedizin ein riesiger Behandlungsfehler, wie Autor Hendrickson gegenüber Welt Online sagte. (ms)

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