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Testosteron: Das Geheimnis ehrlicher Männer?

Mit einer fast kurios anmutenden Studie können die Forscher der Universität Bonn in diesen Tagen aufwarten: Bisher sagte man dem männlichen Hormon Testosteron nach, typisch für männliche Aggressionen und dominantes Machtgehabe zu sein. Doch nun brachte die Universität eine Studie ans Licht, nach der Testosteron eine gravierende Rolle beim Sozialverhalten und speziell beim Lügen spielt.

Mehrmals am Tag tut man es, auch wenn man sich dessen kaum bewusst ist: Jeder Mensch lügt, und Lügen sind besonders im sozialen Leben, in der Wirtschaft und in der Politik sehr weit verbreitet. Über die biologischen Hintergründe dieses Phänomens ist bisher wenig bekannt, auch die Einflüsse von Hormonen hat man noch nicht untersucht. Doch Bonner Wissenschaftler konnten jetzt nachweisen, dass männliche Probanden nach der Zugabe des Hormons Testosteron im Test offenbar ehrlicher wirkten. Die Gefahr, beim Würfelspiel zu betrügen, war demnach bei Teilnehmern mit vermehrtem Testosteron im Blut deutlich geringer als bei den Teilnehmern, die lediglich eine harmlose Zuckerpille erhielten. Insgesamt 91 Männer nahmen an der Studie teil, rund 50 Prozent erhielten ein Hormonpräparat mit Testosteron. In einer abgeteilten Kabine wurden sie gebeten, an einem Würfelspiel teilzunehmen, je höher die gewürfelte Zahl war, desto größer war der versprochene Gewinn.

Alle Ergebnisse wurden in einen Computer eingegeben, dabei konnte man problemlos und ohne Angst lügen und betrügen. Die Ergebnisse zeigten schließlich, dass die Testgruppe mit vermehrtem Testosteron im Blut seltener gelogen hatte als die unbehandelten Probanden. Nach Ansicht der Forscher verursacht das Hormon ein Bedürfnis nach einem positiven Selbstbild, das durch einige Euro nicht zusätzlich stimuliert werden konnte. Besonders interessant war in diesem Zusammenhang, dass eine parallele Studie mit weiblichen Probanden bewies, dass Testosteron bei Frauen zu einem vermehrt egoistischem Verhalten führt.

Kommentare

  1. Unter Stress kommt es zu einer regelmäßigen Erhöhung der Katecholamine (NA und A) sowie der Kortikoide (Cortisol und Corticosteron). Man zeigte in Experimenten auch, dass ProbandInnen nicht nur eine gesteigerte Herzfrequenz und erhöhte Blutdruckwerte besitzen, wenn sie Aufgaben unter Stress lösen mussten, sondern im Blut von einigen stieg auch der Level des Interleukin-6, einem Botenstoff des Immunsystems, das Entzündungsreaktionen des Organismus reguliert. Probanden mit dem höchsten Interleukin-6-Wert reagierten auch emotional am stärksten auf die Aufgabe. Man vermutet, dass Menschen, die selbst auf kleine Herausforderungen in ihrem Leben schnell ärgerlich oder ängstlich reagieren, was diese Menschen anfälliger für bestimmte entzündliche Erkrankungen, beispielsweise Herz-Kreislauf-Leiden machen könnte.

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