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Bundesgesundheitsministerium: Rückzahlungen erwünscht

Mit einer interessanten Schlagzeile konnte das Bundesgesundheitsministerium pünktlich zum Wochenende aufwarten: Der amtierende Gesundheitsminister fordert die Weiterleitung der Krankenkassen-Überschüsse an die Versicherten. Was in der privaten Krankenkasse mit der Beitragsrückerstattung schon lange üblich ist, gerät damit auch für die gesetzlichen Krankenkassen wieder einmal in den Fokus des Interesses.

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Der Minister argumentiert dann auch, dass die überzahlten Beiträge den Versicherten zukommen müssten, wobei über die Art der Rückgewährung noch zu verhandeln sei. Denkbar wäre ein verbessertes Angebot der Leistungen, doch auch Auszahlungen von Prämien wären möglich. Nicht diskutiert werden die Voraussetzungen der Rückzahlung, doch grundsätzlich würde die gesetzliche Krankenversicherung mit diesem Ansatz dem Vorbild der privaten Versicherer folgen. Dort sind Beitragsrückerstattungen bei Leistungsfreiheit als garantierte oder als erfolgsabhängige Rückerstattung schon lange üblich, wer über mehrere Jahre keine Leistung seines Versicherers in Anspruch nimmt, erhält je nach Tarif Rückerstattungen in Form von mehreren Monatsbeiträgen.

So wurden die gesetzlichen Kassen dann auch gravierend kritisiert, ist doch der erwirtschaftete Überschuss schon lange bekannt, ohne dass die Versicherten in irgendeiner Form davon profitieren. Nach Medienberichten liegt der Überschuss der gesetzlichen Kassen im zweiten Quartal des Jahres 2012 bei rund 22 Milliarden Euro. Allerdings lassen nur einige wenige Wahltarife der gesetzlichen Krankenversicherer zu, dass die überzahlten Beiträge an den Versicherten zurückgezahlt werden. Dazu ist ein spezieller Wahltarif abzuschließen, der zusätzlich Geld kostet und auch nicht von jeder Gesellschaft angeboten wird.

Kommentare

  1. War selbst gerade im Krankenhaus. Bei der Aufnahme habe ich die sog. Clinik Card der DBV abgegeben. Trotzdem war ich baff, als ich die Rechnung des Krankenhauses bekam. Rund 5.700 Euro. Habe dann gesehen, dass das sogar nur 50 Prozent waren. Eine Rechnung, nur für die Beihilfe. Den anderen Teil der Rechnung hat sich das Krankenhaus direkt bei der PKV abgeholt und der dürfte um einiges höher sein, da ich 2-Bett-Zimmer als Berliner Beamter zu 100 Prozent privat versichern muss.16 Tage Krankenhausaufenthalt plus OP. Die Beihilfe hat mir dann noch 160 Euro Eigenanteil abgezogen (10 Euro pro Tag), 100 Euro Kostendämpfungspauschale und 12 Euro Praxisgebühr (eines der vielen Privilegien, die die (Landes)Beamten in der deutschen Hauptstadt haben).Krank sein ist teuer und für Beihilfeberechtigte kompliziert. Fast täglich flattern mir nun Rechnungen ins Haus. Chefarzt, Neurologe, Anästhesist, Radiologe etc. Das muss bezahlt werden und zwar von mir. Dann Anträge einreichen bei der Beihilfe und bei der PKV.Nicht auszudenken, wenn man nicht mehr fit ist und niemanden hat, der das für einen erledigen kann. Man sollte Vollmachten erteilen, solange man dazu noch fähig ist und sehen, wem man zugriff auf das eigene Konto gewährt. Auch nicht ganz einfach.

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