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Drastischer Anstieg der Masern-Infektionen

Die Masern erleben in Berlin ein Zehn-Jahres-Hoch. Wie die Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung Berlins gemeinsam mit der Gesundheitssenatsverwaltung mitteilte, wurden im ersten Halbjahr 2011 bereits 130 Fälle gemeldet. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 waren es insgesamt nur 92 Fälle. Sehr häufig waren in diesem Jahr bislang Babys und Kleinkinder unter einem Jahr betroffen, aber auch Jugendliche und erwachsene Berliner erkrankten außergewöhnlich oft. Eine Behandlung im Krankenhaus war bei beiden Altersgruppen in der Hälfte der Fälle erforderlich.

Gemeldete Masern-Fälle haben sind innerhalb eines Jahres verdreifacht

Gemeldete Masern-Fälle haben sind innerhalb eines Jahres verdreifacht

Doch nicht nur in der Hauptstadt, sondern im ganzen Land ist laut Auskunft des Robert-Koch-Instituts mit Sitz in Berlin eine Zunahme der Masern-Erkrankungen zu beobachten. Bis Ende Juli wurden dem Institut 1485 bundesweite Fälle gemeldet, beinahe die dreifache Menge gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Do lag auch aus Bayern und Baden-Württemberg eine überdurchschnittlich hohe Zahl von gemeldeten Fällen vor. Deutschland ist damit weit entfernt vom Ziel der WHO, die Masern bis 2015 europaweit auszurotten.

Gefahr der Infizierung durch Auslandsreisen

Viele Menschen geraten mit dem Masern-Virus bei Reisen ins Ausland in Berührung und stellen nach ihrer Rückkehr eine Gefahr für Personen ohne Impfschutz dar. Behörden und Ärzte betonen, dass nur eine gute Durchimpfung der Bevölkerung, die sogenannte Herdenimmunität, einen zuverlässigen Schutz für Säuglinge bis zum Erreichen des Impfalters gewährleisten kann. Insbesondere bei Säuglingen treten im Fall einer Infektion mit Masern häufig Komplikationen wie Lungen- und Mittelohrentzündungen oder auch lebensgefährliche Gehirnentzündungen auf. Allen Eltern wird dringend empfohlen, ihre Kleinkinder zweifach gegen Masern zu impfen. Idealerweise erfolgt die erste Impfung zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat. Die zweite Impfung schließt sich dann zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat an.

(ms)

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