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Adipositas: Magen-OP bietet Schutz vor Infarkten

Extremes Übergewicht (Adipositas) geht mit extremen Gesundheitsrisiken einher. Für einige adipöse Menschen heißt der letzte Ausweg Magen-OP. Die aktuelle Auswertung einer Langzeitstudie aus Schweden belegt nun die Schutzfunktion solcher Operationen vor kardiovaskulären Ereignissen und dem Tod durch Infarkte.

Adipositas: Magen-OP bietet Schutz vor Infarkten

Wenn das krankhafte Übergewicht bzw. die Adipositas zur Last im doppelten Sinne wird und nicht nur ästhetische Beeinträchtigungen mit sich bringt, sondern die Gesundheit stark in Mitleidenschaft zieht, hilft nur noch eine drastische Gewichtsreduktion. Betroffene schaffen es aber in vielen Fällen nicht, allein durch Diät das nötige Gewicht zu verlieren. In gravierenden Fällen von Fettleibigkeit mit einem BMI über 40 kann oft nur durch eine chirurgische Intervention, einer Magen-OP, eine nachhaltige Gewichtsreduzierung erreicht werden.

Magen-OP bei Adipositas

In der sogenannten Adipositas Chirurgie kommen verschiedene Techniken zum Einsatz, durch die eine Restriktion der Nahrungszufuhr erreicht werden soll. Ein Forscherteam um Dr. Lars Sjöström vom Sahlgrenska University Hospital in Göteborg hat in einer prospektiven Studie rund 2000 Patienten mit einem mittleren BMI von 42 chirurgisch mit einem Magenband, einem Magenbypass oder mit Gastroplastiken versorgt. Als Kontrollgruppe fungierten rund 2000 Personen, die ebenfalls einen mittleren BMI von 40 aufwiesen, aber nur eine konservative gesundheitliche Versorgung erhielten.

Magen-OP gegen Herzinfarkt

Die chirurgisch versorgten Patienten verloren durch die Magen-Operation deutliche 18 Prozent an Körpergewicht und hielten das niedrigere Gewicht auch über die Nachbeobachtungszeit von knapp 15 Jahren. Ganz anders sah es bei den Patienten aus, die nicht operiert worden waren. Bei ihnen war keine relevante Gewichtsabnahme zu verzeichnen. Erstmals wurde durch die Studie nachgewiesen, dass chirurgische Adipositas-Maßnahmen kardiovaskulären Ereignissen vorbeugen, denn die Zahl dieser Ereignisse war bei Operierten stark verringert. An Infarkten starben in dem Zeitraum von 15 Jahren 28 Patienten der Interventionsgruppe gegenüber 49 Patienten in der Kontrollgruppe. Auch im Hinblick auf Lebensqualität sowie Krebsrate und Diabetes wirkten sich die chirurgischen Eingriffe positiv aus.

Magen-OP und Kosten

Die Krankenkassen übernehmen eine solche Magen-OP gegen Adipositas nur dann, wenn alle anderen Wege zum Abnehmen nachweislich versagt haben. Das gilt auch bei extremen Übergewicht. Zuerst muss der Versicherte verschiedene Bewegungs- und Ernährungstherapien in Anspruch nehmen. Erst dann zahlt die Krankenkasse die Magen-OP.

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