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Alzheimer breitet sich im Gehirn wie eine Infektion aus

Warum erkranken Menschen an Alzheimer? Eine eindeutige Antwort hat die Wissenschaft sowie die Medizin noch nicht parat. Jetzt zeigt eine aktuelle neue Studie aus den USA, dass sich Alzeiheimer im Gehirn wie eine Infektion ausbreitet. Die Erkenntnis soll dazu beitragen, die Erkrankung zu stoppen.

Alzheimer breitet sich im Gehirn wie eine Infektion aus

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) rechnet bis zum Jahr 2030 mit 1,7 Millionen demenzkranken Menschen. Fast ein Viertel der über 85-jährigen Menschen weltweit leiden an Alzheimer. Doch auch viel Jüngere sind bereits betroffen. Schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen leiden derzeit in Deutschland an der Alzheimer-Krankheit. Jedes Jahr wird fast 200.000 mal die Diagnose Alzheimer hierzulande gestellt. Forscher arbeiten deshalb auf Hochtouren, um eine wirksames Mittel gegen die Volkskrankeit zu finde. Bisher geht man davon aus, dass die Nervenzellen im Gehirn durch vermehrte Ablagerungen von Eiweißbestandteilen absterben.

Forscher suchen eine Alzheimer-Therapie

Die Erkrankung Alzheimer breitet sich neuen Erkenntnissen zufolge wie eine Infektionskrankheit von einem Teil des Gehirns auf den anderen aus. Das zeigt eine Untersuchung der Universitätsklinik der New Yorker Columbia-Universität hervor. Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachmagazin „PLoS One“veröffentlicht. In Tierversuchen mit Mäusen entdeckten die Forscher, dass Alzheimer ein nicht mehr funktionierendes Protein durch das Gehirn wandert, indem es von einer Nervenzelle zum anderen „springt“. Die gängige Theorie über die Enstehung der Erkrankung besagt, dass die Ablagerungen von diesen Eiweißbestandteilen die Ursache der Erkrankung sind. Allerdings gibt es auch Wissenschaftler, die das stark bezweifeln.

Nach Angaben der US-Forscher könnten die neuen Erkenntnisse über die Ausbreitung der Krankheit im Gehirn, dazu beitragen eine Therapie zu dinen und die Krankheit zu stoppen. „Der erfolgreichste Ansatz wäre, Alzheimer so zu behandeln wie wir Krebs behandeln“, sagte der Neurologieprofessor Scott Small. Denn Alzheimer sollte laut Small so früh wie möglich entdeckt und behandelt werden, bevor sich die Erkrankung dann im Gehirn ausbreiten kann. Denn durch die Krankheit sterben kontinuierlich Nervenzellen ab.

Hintergrund: Alzheimer-Symptome

Alzheimer ist eine Form der Demenz.  Durch die Erkrankung sterben Nervenzellen ab und die geistigen Fähigkeiten nehmen damit ab. Im frühen Stadium macht sich Alzheimer durch Symptome wie Vergesslichkeit sowie Orientierungsschierigkeiten bemerkbar. Im späteren Stadium zeigen sich Alzheimer-Symptome Denken, Sprache, Urteilsfähigkeit und Orientierung. So werden Freunde und Familienangehörige irgendwann nicht mehr erkannt. Es kommt zu einer starken Vergesslichkeit. Auch eine Desorientierung ist üblich. Zudem kommt es zu einem Sprachzerfall.

Kommentare

  1. Alzheimer wird ja zwischenzeitlich schon als Volkskrankheit bezeichnet. Aber wirklich Aufmerksamkeit der Medien erfährt sie nur, wenn ein Promi davon betroffen ist. Dann entsteht kurze Zeit ein Hype darum und verschwindet dann wieder aus dem Fokus der Medien.

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