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Neue Arzneien: Teurer, aber nicht besser

Immer was Neues, aber selten was Gutes? Das könnte zumindest auf neue Produkte der Pharmaindustrie zutreffen. Denn neue Medikamente sind einem aktuellen Bericht zufolge nicht immer besser. Die Nebenwirkungen von neuen Produkten zeigen eher das Gegenteil.

Neue Arzneien: Teurer, aber nicht besser. Foto: Flickr

Wo wäre die Menschheit heute ohne moderne Medizin und ohne neue Medikamente? Dieser Frage auf den Grund zu gehen, ist nicht einfach. Fest steht aber: Der Fortschritt der Medizin versteckt sich hinter dem Trugschluss, dass alles Neue auch besser ist Doch eine aktuelle Analyse zeigt: Neue Arzneien sind nicht unbedingt besser als ältere. Das schreiben Ärzte im «Deutschen Ärzteblatt». Sie haben Zulassungsstudien von 39neu eingeführten Medikamenten genauer unter die Lupe genommen.

Neu ist nicht gleich besser

Neue Pillen und andere Arzneien sind demnach zwar in der Regel teurer, allerdings nicht wirksamer. «Nur in Ausnahmefällen ging aus den Zulassungsstudien eindeutig hervor, dass ein neu zugelassenes Fertigarzneimittel einen höheren therapeutischen Nutzen hat als vorhandene Alternativen», schreiben die Autoren um die Vize-Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Prof. Ursula Gundert-Remy, in Berlin.  Die Ärzte bemängeln dabei, dass rund die Hälfte der Medikamente nur gegen ein Placebo getestet wurde, nicht aber gegen ein erhältliches Vergleichspräparat.

«Dadurch können sich für die Vermarktung der neuen Arzneimittel für die Industrie bezüglich der Preisgestaltung Interpretationsspielräume ergeben», heißt es in seiner Pressemitteilung zur Analyse. «Für diese dann teureren Fertigarzneimittel schließen die Autoren nicht aus, dass sie den bereits auf dem Markt befindlichen Alternativen sogar unterlegen sind.»

Neue Arzneimittel oft teurer

Es bedarf laut Autoren der Studie formaler Vorschriften und gesetzlicher Regelungen, um die zum Zulassungszeitpunkt verfügbare Datenbasis zu verbessern und die Kosteneffektivität auf dem Arzneimittelmarkt zu erhöhen. Das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes in der gesetzlichen Krankenversicherung sei ein erster Schritt. Künftig soll der Preis für alle neuen Arzneimittel erstmals an ihrem nachgewiesenen Zusatznutzen orientiert werden.

Kommentare

  1. Gib dem Kind einen neuen Namen und schon ist alles besser und man kann gleich noch mal ein paar Euro mehr dafür verlangen. Der Patient ist doch heute nur noch eine Kuh, die gemolken wird, bis nix mehr geht.

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