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Zu gesund kann krank machen

Das Bewusstsein für gesunde Ernährung steigt stetig. Obst, Gemüse und wenig Fett – darauf achten immer mehr Menschen. Doch offenbar kann gesunde Ernährung auch krank machen. Denn manche Menschen sind fixiert auf gesunde Ernährung. Mangelerscheinungen stehen dann an der Tagesordnung.

Essstörung als "Psycho-Ventil"

Essstörung als "Psycho-Ventil". Foto: Flickr/cc der Robert

Mediziner und Forscher warnen aktuell vor einer neuen Esstörung namens Orthorexie. Manche Menschen übertreiben es nämlich so sehr mit dem Vorsatz sich gesund zu ernähren, dass sie krank werden und sogar an einer Esstörung leiden. Ärzte warnen vor dieser Störung: Orthorexia nervosa, kurz Orthorexie. Es steht für das krankhafte Streben, sich gesund zu ernähren.

Gesunde Ernährung: Wenn zu gesund krank macht

Es ist natürlich nicht so, dass jeder krank ist, der auf eine gesunde Ernährung Wert legt. Allerdings gibt es offenbar  Menschen, die so fixiert sind auf gesundes Essen, dass sich das  stark auf ihr Leben auswirkt. Betroffene schlagen Einladung zum Abendessen aus, gehen nicht mehr ins Restaurant und isolieren sich immer mehr dadurch. Denn die Angst davor, etwas Ungesundes zu essen ist omnipräsent. Offenbar liegt daher der Verdacht nahe, dass es sich um eine psychische Störung handelt.

1997 hat der amerikanische Arzt Steven Bratman das „Krankheitsbild“ erstmals beschrieben. Er war selbst davon betroffen und gehörte lange zu den fanatischen „Gesundessern“. Sich gesund zu ernähren wird fast zum Zwang für manche Menschen. Das Einkaufen dauert dann ganze Stunden und das Essen wird zur Erbsenzählerei. Zudem haben sie ein extrem schlechtes Gewissen, wenn ein Burger oder eine Schokolade gegessen wird.

Mangelerscheinungen durch einseitige Ernährung

Bei manchen Betroffen artet der Zwang sich extrem gesund zu ernähren richtig aus. Manche essen nur noch Obst. Andere ernähren sich nur noch von Körnern. Dann kommt es zu einer übertrieben strenge Auswahl der Lebensmittel und oft auch zu einer extrem einseitigen Ernährung und damit früher oder später auch zu Mangelerscheinungen. Während „Normalesser“ beispielsweise an einem  Vitamin C-Mangel  leiden, fehlten manchen Fanatikern dann wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium oder Calcium.

Die Orthorexie ist allerdings nicht als Krankheit definiert. Hilfe bieten aber Psychologen und Psychotherapeuten.

 

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