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Ist EHEC-Todesfall in Hamburg ein Einzelfall?

In Hamburg ist vor kurzem ein Mädchen an EHEC gestorben – allerdings nicht an der Variante, die im Frühsommer 2011 zu einer Epidemie in ganz Deutschland führte. Daher gaben die Behörden bereits Entwarnung. Doch Experten mahnen trotzdem zur Vorsicht.

Ist EHEC-Todesfall in Hamburg ein Einzelfall?

Ist EHEC-Todesfall in Hamburg ein Einzelfall?

EHEC-Experte Helge Karch hat jetzt gewarnt, den Tod einer Sechsjährigen an EHEC als Einzelfall zu werten. Obwohl das Mädchen nicht am aggressiven EHEC-Darmkeim gestorben ist, der im vergangenen Jahr zu mehr als 50 Todesfällen führte, sagt Karch: „Gerade in der kalten Jahreszeit haben sich EHEC-Ausbrüche in Deutschland oft über viele Wochen hingezogen“. Der Direktor des Instituts für Hygiene in Münster mahnte zudem, dass es auf keinen Fall sicher sei, dass es sich bei dem Tod des Mädchens um einen Einzelfall handle. „Man muss jetzt über mehrere Wochen sehr genau beobachten, ob weitere Infektionen auftreten“, erklärte Karch gegenüber dem Spiegel.

EHEC-Infektion mit O157

Das sechsjährige Mädchen, das am vergangenen Wochenende an den Folgen einer EHEC-Erkrankung verstorben ist, war an einem Erreger der Gruppe O157 erkrankt. O157 ist eine der am häufigsten EHEC-Gruppen, sowohl in Deutschland also auch weltweit. Die Hamburger Gesundheitsbehörde hatte betont, dass der Tod der Sechsjährigen ein tragischer Einzelfall gewesen sei. Es bestehe keine Angst vor einer Krankheitswelle. Bisher sind keine weiteren EHEC-Erkrankungen in Hamburg bekannt geworden.

Wie die Behörde in einer Presseerklärung mitteilte, seien weitere Infektionen unwahrscheinlich, da die Inkubationszeit seit Erkrankung des sechsjährigen Mädchens überschritten ist. Die Infektionsquelle konnte bisher nicht ermittelt werden. Zuletzt äußerten Experten sogar den Verdacht, dass die Infektionsquelle der Epidemie 2011 noch nicht geklärt sei.

EHEC: Zu früh für Entwarnung?

Nach Ansicht des Experten Karch ist es aber zu früh für eine Entwarnung. Bundesweit treten laut RKI jährlich rund 900 EHEC-Infektionen und ca. 60 Erkrankungen des Hämolytisch-Urämischen-Syndroms (HUS), verursacht durch EHEC, auf. In Hamburg belaufen sich die Zahlen auf rund 20 bis 30 EHEC-Infektionen jährlich sowie bis zu fünf Erkrankungsfälle des Hämolytisch-Urämischen-Syndroms (HUS).

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